« Was wir auf der Welt sehen ist keine Übergewichtsepidemie, sondern eine Stressepidemie. Stress tritt immer auf, wenn Menschen in Unsicherheit leben. Ein typisches Beispiel wäre ein unsicherer Arbeitsplatz; das kennen viele, oder unglückliche Partnerschaften, komplizierte Familienverhältnisse oder Einsamkeit - das ist eines der größten Stressfaktoren für den Menschen. Das häufigste ist sicher die Armut, das Leben in ökonomisch instabilen Verhältnissen. »
Prof. Dr. Achim Peters, Hirnforscher
Friday, 24 October 2014
Dicke leben länger
Wednesday, 22 October 2014
Sascha Liebermann
Freiheit für alle? Ein Interview zum Bedingungslosen Grundeinkommen
21 October 2014
Jeden Monat einen bestimmten Geldbetrag auf dem Konto zu haben, von dem es sich leben lässt, ohne dafür zu arbeiten. Klingt absurd? Für die Befürworter vom Bedingungslosen Grundeinkommen (BGE) ist diese Idee ein Stück Freiheit. Ich habe mit Sascha Liebermann telefonisch darüber gesprochen. Er ist derzeit Professor für Soziologie an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft und leitet die Forschungsstelle „Bildung und gesellschaftlicher Wandel“. Seit über zehn Jahren beschäftigt er sich mit der Thematik des Bedingungslosen Grundeinkommens. Nicht nur als Forscher befasst er sich damit; als engagierter Bürger trat er 2003 mit der Initiative „Freiheit statt Vollbeschäftigung“, die er gemeinsam mit Kollegen, gegründet hatte, an die Öffentlichkeit.
Vorab einige Eckdaten: Wann haben Sie angefangen, sich mit der Thematik zu beschäftigen?
Das nähere Interesse ist entstanden durch Forschungen zum Wandel der Erwerbsarbeit und Kulturen von Leistungsethik, mit denen wir in den ersten Jahren meiner Zeit an der Universität Dortmund befasst waren, das war um die Jahrtausendwende, - also rein akademisch. Ich war allerdings schon während meiner Doktorarbeit, die sich gar nicht mit dem Thema Grundeinkommen befasste, darauf gestoßen – durch meinen Doktorvater Ulrich Oevermann wurde ich darauf aufmerksam. Erst die öffentliche Diskussion um die Verschärfung der Sozialpolitik in Hessen unter Ministerpräsident Roland Koch, Stichwort „Präventionshelfer“ 1998, und dann die Agenda 2010 Anfang des neuen Jahrtausends gaben den Anstoß, mich zu fragen, ob wir unsere Überlegungen nicht auch in die Öffentlichkeit tragen sollten – als praktischen Vorschlag.
Wie kam es dann zur Initiative „Freiheit statt Vollbeschäftigung“?
Das folgte letztlich aus dem Bestreben, sich angesichts des unsäglichen Tons und aberwitziger Vorschläge wie den damals diskutierten „Gesetzen für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt“, vulgo „Hartz-Gesetze“, einzumischen und zumindest eine Alternative aufzuzeigen. Nach einem gewissen Hin und Her, wie das geschehen könnte, legten wir eine Website an. Zuvor allerdings stand noch im Raum, wie wir denn ganz konkret in den öffentlichen Raum treten könnten, eine Website zur damaligen Zeit, war etwas wenig.
Wir entwarfen neun Thesen zur damals in unseren Augen drängenden Lage und schlugen das bedingungslose Grundeinkommen als Ausweg vor. Die ließen wir, , auf Plakate drucken, unter den Thesen standen unsere Namen samt Kontaktadresse, also E-Mail und Website. Das war in der Vorweihnachtszeit 2003. Ich lebte damals noch in Frankfurt am Main, wir entschieden uns – so erinnere ich das zumindest – für diese Stadt, weil sie uns offen und international erschien. Dort mieteten wir diese Klebeflächen in den U-Bahnhöfen für zehn Tage.
Nachdem die Plakate etwa eine Woche hingen, bekamen wir die ersten Mails. Von „Das ist Kommunismus!“ bis hin zu „Das ist neoliberal!“ war alles dabei. Die Plakate hingen länger als angemietet, ganze vier Wochen, das hatte wohl mit einem Auftragsmangel zu tun. Wenn die Mietzeit für die Plakatflächen abgelaufen ist und keine anderen Plakate drübergeklebt werden können, bleiben die alten einfach hängen.Nach etwa vier Wochen gab es die ersten Medienkontakte zu einer Tageszeitung und einem Fernsehjournalisten.
Hatten Sie keine Angst, in eine politische Ecke gedrängt zu werden?
Angst nicht, mit solchen Anfragen sind wir entsprechend umgegangen.
Das heißt?
Wir waren bereit, mit jedem zu diskutieren und zu sprechen, wollten aber unabhängig bleiben, damit wir gerade nicht in eine Ecke gestellt werden können. Das machten wir dann auch bei entsprechenden Anfragen oder bei Vorträgen deutlich, denn wir wurden immer wieder danach gefragt.
Die Initiative nennt sich „Freiheit statt Vollbeschäftigung“ – sind wir denn mit Vollbeschäftigung nicht frei oder wie ist der Zusammenhang?
Der Slogan ist eine Reaktion auf die Diskussion damals. Alles und jedes, so hatten wir den Eindruck, wurde mit Vollbeschäftigung begründet und dem Schaffen oder Erhalten von Arbeitsplätzen. Das war ja schon seit den achtziger Jahren der Fall, hatte sich zur Jahrtausendwende jedoch schon als ewiges Versprechen erwiesen, das nicht erreicht wurde. Vollbeschäftigung ist aber gar kein genuin politisches Ziel, weil für Vollbeschäftigung nicht die Bürger im Zentrum stehen, es geht nur um Erwerbstätige. Sie ist ja auch bloß eine Modellvorstellung aus der Volkswirtschaftslehre und besagt etwas über das Verhältnis von Angebot und Nachfrage am sogenannten Arbeitsmarkt.
Für eine Demokratie jedoch ist nicht der Erwerbstätige das Fundament, es ist der Bürger und daran, was politische Entscheidungen für ihn und seine Stellung bedeuten, müssen sie sich messen lassen. Sie können sich das ganz leicht deutlich machen: Mitarbeiter in Arbeitsverhältnissen, also Erwerbstätige, sind immer und notwendig austauschbar, sie dienen einer Funktion. Bürger hingegen sind gerade nicht austauschbar, die Bürgerrechte werden bedingungslos verliehen. Darüber hinaus geht es bei Vollbeschäftigung immer nur um Erwerbsarbeit, nicht aber um andere wesentliche Leistungen, von denen ein Gemeinwesen lebt: bürgerschaftliches Engagement und Familie. Diese Leistungen werden degradiert in unserer Überbewertung von Erwerbstätigkeit. Wir wollten das zuspitzen und die Stellung des Bürgers stärken. Da war es für uns konsequent zu sagen, eine solche Stärkung ist erst dann gegeben, wenn eine basale Einkommenssicherung nicht mehr in Relation zu Erwerbstätigkeit erfolgt.
Aber ist Erwerbstätigkeit nicht Teilhabe an der Gesellschaft? Carsten Schneider, mittlerweile stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion, schrieb 2007 in einem Gastkommentar bei Spiegel Online, dass die Vielschichtigkeit von Armut ausgeblendet werde. Nicht Geldknappheit sei das Problem, sondern fehlende Chancen aktiver Teilhabe.
Schneider sprach sogar davon, dass das Grundeinkommen „gefährlich“ sei. Der Artikel ist auch heute noch lesenswert, da er eine klare Sprache spricht: die des Misstrauens. „Teilhabe“ klingt ja erst einmal nicht schlecht, doch er spricht auch davon, dass ein sozialer Staat „ermutigt, aktiviert und befähigt“. Das ist genau, was wir in den letzten zehn Jahren erfahren haben.
Nicht wird zuerst einmal den Bürgern vertraut, dass sie schon selbst wissen, was für sie gut ist und wenn nicht, sich Rat holen können. Nein, sie werden unter Druck gesetzt, sanktioniert, ihnen werden erhebliche Pflichten auferlegt – lesen Sie einmal eine Broschüre der Arbeitsagentur zu Rechten und Pflichten von Leistungsbeziehern. Dafür kann man schöne Worte wählen, wie Schneider, oder klare, die aussprechen, was diese Praxis tatsächlich auszeichnet. Wer meint, Bürger müssten aktiviert werden, dreht die Problemlage um. Es ist doch gerade der Druck der Behörden, die stigmatisierenden Effekte eines Sozialstaats, der die Menschen in die Ecke drängt. Das BGE würde ja gerade ermöglichen, frei von Druck und Sanktionsdrohungen, frei von dem vermeintlichen höchsten Ziel, der Erwerbstätigkeit, zu entscheiden, was jemand mit seinem Leben anfangen will.
Dazu muss er sich immer auch die Frage stellen, was er zum Gemeinwohl beitragen kann, dem können wir in unserer Demokratie uns nicht entziehen. Was aber wir zu tun für richtig erachten, muss uns überlassen bleiben, solange sich die Entscheidungen nicht gegen das Gemeinwesen als solches richten.
Sie glauben also, dass es genug Menschen geben würde im Falle eines BGE, die trotzdem noch zur Arbeit gehen und die Wirtschaft am Laufen halten?
Es muss ja nicht jeder alles machen, sich also in jeder möglichen Form engagieren. Ich würde auch nicht sagen, dass dies eine Glaubensfrage ist. Schauen Sie sich unsere politische Ordnung an, sie ist ein hard fact. Diese Ordnung baut auf den mündigen Bürger, er ist die Geltungsquelle politischer Entscheidungen. Wir verlassen uns de facto schon darauf, dass sich die Bürger einbringen, weil wir gar nicht anders können in einer Demokratie, das macht sie gerade aus. Wem das nicht behagt, so klingen die Ausführungen von Schneider, der müsste sich letztlich vor dieser freiheitlichen Ordnung fürchten.
Einwände gegen das BGE werden ja nicht selten mit Studien begründet. Diese wiederum beruhen in der Regel auf Simulationsmodellen. Es wird also auf der Basis von Annahmen ein Handeln in der Zukunft modelliert – das hat mit wirklichem Handeln natürlich überhaupt nichts zu tun.
Zu diesen Annahmen, die da verwendet werden, gehört, dass der Mensch sein Handeln an Anreizen ausrichtet. Erhält er ein BGE und muss er dafür nicht erwerbstätig sein, wird er sein Engagement reduzieren – so argumentiert auch Schneider. Die entscheidende Frage wäre, und da habe ich ganz andere Befunde aus der fallrekonstruktiven Forschung, was ist nun entscheidend, warum machen Menschen, was sie machen? Da stoßen solche methodisch orientierten Studien auf das, was gemeinhin als intrinsische Motivierung bezeichnet wird. Letztlich ist das eine Haltung zur Welt, die sich im Zuge der Sozialisation herausbildet. Sie ist wie ein innerer Kompass, der eigene Entscheidungen ausrichtet.
Natürlich spielt es dabei eine Rolle, ob ein Handeln auch Anerkennung findet, also in einem Gemeinwesen wertgeschätzt wird, doch es ist davon nicht abhängig. Wie sehr dabei die Viefältigkeit der Lebensentwürfe unterschätzt wird, kann man bei jedem Vortrag zum Grundeinkommen erleben.
Irgendwann kommt die Frage auf die „Toilettenfrau“, wer denn solch dreckige, unangenehme Arbeit noch machen würde, wenn es ein BGE gäbe. Die Frage stellen dann immer Menschen, die das als niedrige Arbeit sehen und darauf hinabschauen. Wichtig ist aber: Für wen sind solche Tätigkeiten unattraktiv? Sprechen Sie doch mal mit dem Müllmann, dem Busfahrer! Auch da gibt es ein Berufsethos, das gut zu machen, was man macht. Wie bei ihnen, so ist es in der Regel auch bei Reinigungskräften. Das sind ja außerordentlich wichtige Dienstleistungen – solange sie nicht automatisiert werden können. Dann nämlich verlieren sie an Bedeutung.
Und fragen Sie die doch mal, was eine Reinigungskraft von meiner Arbeit als Wissenschaftler hält. Immerzu lesen, schreiben, analysieren – oft ganz einsam. Da sagen etliche, das sei doch keine Arbeit am, da, so am Schreibtisch. Da herrschen auf beiden Seiten Vorurteile und diese hängen teils von kollektiven Wertschätzungen ab, teils von den eigenen Ambitionen und Neigungen.
Es ist nirgendwo empirisch bewiesen, dass der Mensch eine Tendenz hat, nichts tun zu wollen. Mit „Nichtstun“ wird ja meist verbunden, dass eine bestimmte normative Erwartung nicht erfüllt wird, das ist in der Diskussion um Missbrauch von Sozialleistungen stets zu erkennen.
Nicht überall herrscht ein Berufsethos. Es gibt durchaus Menschen, die ihre Arbeit nicht mögen. Was würde sich in der Wirtschaft durch das BGE ändern?
Die Auswirkungen hängen davon ab, was der Einzelne daraus macht. Für denjenigen, der seinen Beruf nicht mag, heißt das dann vielleicht, dass er den nicht mehr macht. Interessant ist dann aber, was er stattdessen macht. Es ist allerdings oft nicht der Beruf, es sind die Bedingungen, unter denen er ausgeübt wird, die zermürbend sein können.
Ein BGE würde in dreierlei Hinsicht mindestens Wirkungen entfalten: Erstens geht es um die Person um ihrer selbst Willen, um den Bürger als Bürger. Da stärkt das BGE den Solidarverband Gemeinwesen, weil er die Bürger um ihrer selbst willen anerkennt und Einkommen bereitstellt. Zweitens sorgt es für eine Gleichordnung von Tätigkeiten. Momentan ist Erwerbstätigkeit das Einzige, das zählt. Familie, Ehrenamt, das ist zur Privatsache degradiert. Das zeigt ja gerade der Ausbau der frühen Fremdbetreuung. Ein BGE würde hier also Freiräume schaffen und Wertschätzung dafür zum Ausdruck bringen, dass es darauf ankommt, was der Einzelne für wichtig und richtig erachtet. So könnte jemand mehr Zeit mit der Familie verbringen, sich vielleicht ausschließlich ihr widmen, solange er den Eindruck hat, es ist das richtige, für den Partner, für die Kinder. Jemand könnte sein Ehrenamt zum Hauptamt machen. Drittens, und das ist ebenfalls weitreichend und zu wenig beachtet: Wenn man freier entscheiden kann, wo man wirken, wo man sich einbringen will, dann ist die Chance größer ist, dass etwas Gutes dabei rauskommt. Denn, nur, wo etwas mit einer gewissen Hingabe gemacht wird, kann das gelingen. Wenn sie etwas nicht machen wollen, dann ist es doch fatal, daran festzuhalten.
Sie legen den Überlegungen ein sehr positives Menschenbild zu Grunde. Wie passt das zusammen mit dem momentanen System, das auf Anreizmechanismen basiert, bei dem auch Macht – etwa in der Politik - eine große Rolle spielt?
Ja, ist es denn wirklich so, dass Anreizmechanismen den „Laden“ am Laufen halten? Oder Macht, ist sie denn einseitig möglich? Betrachten wir doch mal, wie gut es eigentlich in Deutschland läuft, ich meine das jetzt nicht inhaltlich, da gibt es genug zu kritisieren in meinen Augen, wir hatten ja schon die Sozialpolitik genannt, ich meine das politisch: Wir haben eine demokratische Ordnung, funktionierende demokratische Verfahren, Gewaltenteilung, das hat sich doch erstaunlich entwickelt, wenn man betrachtet, wie wenig Erfahrung wir damit hatten, bevor es auf Drängen der Alliierten eingeführt wurde nach dem Zweiten Weltkrieg. Das finde ich zuerst einmal bemerkenswert, es ist aber zugleich ein Fingerzeig, weshalb es Traditionen gibt, die diesen demokratischen Grundfesten geradezu entgegenlaufen. In Deutschland ist doch noch immer der vorauseilende Gehorsam enorm ausgeprägt. Wieso tragen wir, ich sage bewusst „wir“, ein solche Sozialpolitik. Es ist ja nicht so, dass eine Mehrheit gegen Sanktionen bei Arbeitslosengeld II wäre, wie manche unken. Wie stark die Unterstützung dafür ist, wie lebendig der Geist des Anreizens und Bevormundens, das erlebt man bei jedem Grundeinkommensvortrag. Der Beitrag von Herrn Schneider, auf den Sie verwiesen haben, bezeugt das ja ebenfalls. Selbst unter Grundeinkommensbefürwortern gibt es Vorbehalte, manche meinen, es müsse mit einer Bildungspflicht verbunden werden, wie Wolfgang Engler, oder die „Gesellschaft“ müsse sich erst an das BGE „gewöhnen“.
Und zum Thema Macht: Das ist auch immer zweiseitig! Wenn es keinen Rückhalt für politische Entscheidungen gibt, dann hat ein Amt auch keine Macht. Wenn wir als Bürger Entscheidungen nicht tragen würden, wären sie nicht durchzusetzen. Umgekehrt trifft es auch zu, dass wer sich nicht gegen Entscheidungen erhebt und mittels demokratischer Verfahren zu streiten bereit ist, der stimmt zu. Das zeigt sich deutlich an solchen Entscheidungen, von denen man den Eindruck hat, dass die Kritik daran heute überwiegt: Bologna-Reform an den Hochschulen, die Privatisierungswelle öffentlicher Unternehmen oder auch „Hartz4“. Die sind uns nicht übergestülpt worden, da gab es ja einen großen Rückhalt.
Man muss sich als Bürger langfristig einbringen. Es reicht nicht bei einer guten Idee, einmal zu versuchen, Gehör zu bekommen. Eine Idee kann erst verwirklicht werden, wenn es genug Unterstützer gibt. Die Diskussion um das BGE hätte sich nicht etabliert, wenn die Befürworter nach kurzer Zeit aufgehört hätten, die Idee zu verbreiten.
Warum sollte eine Gesellschaft, in der diese Ideen einen großen Rückhalt haben, das BGE unterstützen?
Da haben Sie recht, das scheint auf den ersten Blick in der Tat weit entfernt. Doch, hier haben wir zwei Ebenen, die unterschieden werden müssen: Erstens, wie wird in Deutschland über die Menschen und das Land gesprochen? Nehmen Sie einmal die aktuellen Streiks. Es ist doch sonderbar, dass auf der einen Seite über die Verschlechterung von Einkommen und Arbeitsbedingungen gesprochen wird, auf der anderen dann, wenn für eine Verbesserung gekämpft wird, das aber niemanden ins Gehege kommen soll. Politik ist aber immer Interessenkampf, so auch in diesem Fall, ein Kampf um einen guten Kompromiss, das geht nicht ohne Reibereien. Oder nehmen Sie ein anderes Beispiel: Die ewige Wiederkehr über den Missbrauch von Sozialleistungen, obwohl wir darum wissen, dass der Missbrauch relativ gesehen, nicht das Problem ist. Den Bürgern wird abgesprochen, verantwortungsvolle Entscheidungen für ihr Leben zu treffen und deswegen müsse ja mehr kontrolliert werden (Stichwort: Anreize), aber tatsächlich ist jeder, ganz wie es der Demokratie entspricht, in Fragen seines Lebens auf sich selbst zurückgeworfen. Jeder muss selbst darüber befinden, wie er leben und wie er zum Gemeinwohl beitragen will, wenngleich es durch die Überhöhung von Erwerbstätigkeit hier eine normative Vorspurung gibt. Wir leben von unserer politischen Ordnung her viel freiheitlicher, als es das Gerede darüber erkennen lässt. Diese Diskrepanz gilt es aufzuzeigen, um deutlich zu machen, dass wir teils über Scheinprobleme lösen bzw. über unangemessene Antworten. Nicht mehr Druck brauchen die Bürger – z.B. durch Sanktionen im Sozialgesetzbuch – um Entscheidungen treffen zu können, sondern mehr Freiräume.
Wie kann das geschehen?
In einer Demokratie gibt es dazu nur ein Mittel: öffentliche Diskussion. Dort wäre der Ort, sich darüber zu verständigen, wie wir denn als Gemeinwesen leben wollen, ob an den Vorurteilen über die Hängematte und die Faulen denn überhaupt etwas dran ist oder es sich eben nur um Vorurteile handelt. Wenn es bei Vorträgen über das BGE zu dem Einwand kommt, dass es doch mehr Leute gäbe, die nichts täten, dann frage ich ob der derjenige jemanden kennt, bei dem das der Fall wäre. Meist ist das so, dass derjenigen nicht aus eigener Erfahrung spricht, er hat gehört oder gelesen, dass irgend einer sei, der usw. Wenn ein Beispiel dann aus eigener Erfahrung berichtet wird, ist schnell klar, dass die betreffende Person, die als Beispiel angeführt werden soll, krank ist.
Wie kann das BGE finanziert werden?
Ich bin Soziologe und kein Finanzwissenschaftler. Für die Finanzierungsfrage ist es erst einmal wichtig zu wissen: Was treibt die Leute an? Das BGE steht und fällt damit, wie sich die Menschen einbringen – das gilt übrigens auch heute. Die Daten, mit denen gerechnet wird in Simulationsmodellen, sind Ergebnis von Handeln. Wir müssen uns also Fragen, wie dieses Handeln zustande kommt, was es leitet, das ist eine grundsätzliche Frage, auf die Berechnungen keine Antwort geben. Woran könnten wir nun ganz praktisch anknüpfen? Gehen wir vom heutigen Gefüge an Leistungen zur Sicherung des Existenzminimums aus, stellt sich die Lage so dar Es gibt auf der einen Seite den Grundfreibetrag in der Einkommensteuer, auf der anderen Seite Arbeitslosengeld II und entsprechende Leistungen. Sie dienen der Existenzsicherung. Will man mit dem BGE anfangen, müsste man diese beiden Formen nur gesetzlich umdefinieren und direkt ausschütten. Zugleich würden die alten Leistungen, die ihnen entsprechen, abgeschafft. Dann wäre die Frage, ob das BGE nicht höher ausfallen sollte, als diese bisherigen Leistungen, das ist eine Frage des politischen Willens. Nicht zu unterschätzen ist, wie sich durch das bedingungslose Grundeinkommen womöglich die Wertschöpfung verändern würde. Denn wenn die Möglichkeiten besser sind, eine jedem Einzelnen gemäße Tätigkeit zu ergreifen, wirkt sich das auf das Ergebnis derselben aus, Es ist also gut denkbar, dass wir effizienter und effektiver produzieren könnten, soweit es um standardisierte Güter und Dienst geht. Doch auf für das Bildungswesen und damit Bildungsprozesse hätte das Folgen.
Wie hoch sollte denn der Betrag des BGE sein?
Der Betrag müsste so hoch sein, dass eine alleinstehende Person gut damit über die Runden kommt. Auch da ist allerdings die nächste Frage, wie viel wäre das denn? Das wird man nur pauschal beantworten können, darauf zielt die Diskussion auch.
Und andere soziale Sicherungen wie Renten- , Kranken-, Pflege-, oder Unfallversicherung?
Das Grundeinkommen ist eine Absicherung nach unten, andere Leistungen muss es weiter geben. Die könnten aber ganz anders gestaltet sein, manche wären womöglich überflüssig, nehmen sie die Rentenversicherung von heute oder die Arbeitslosenversicherung. Wer eine dauerhafte Absicherung von der Wiege bis zur Bahre hätte, die höher läge als die heutige Durchschnittsrente, und es weiterhin bedarfsgeprüfte Leistungen gäbe, wären sie da nicht überflüssig?
Welche Rolle spielt das Thema Freiheit in einer Gesellschaft, in der das bedingungslose Grundeinkommen eingeführt wurde?
Freiheit begreife ich nicht als eine, in der das Individuum wie ein autarkes, sich selbst versorgendes Subjekt, im Zentrum steht. Freiheit ist immer Freiheit in Abhängigkeit. Um frei zu sein braucht das Individuum Andere. Freiheit ist ein Resultat von Fürsorge, denken Sie nur an die Sozialisation. Egal ob elterliche Fürsorge oder das Gemeinwesen, das Freiheit schafft und die Bürger schützt, die Bürger also sich gegenseitig, – ohne sie gäbe es keine Freiheit. Es ist immer Freiheit durch, nicht nur die Freiheit von und die Freiheit zu. Wir sind immer von anderen abhängig und sei es nur von der Toleranz der anderen.
Ein BGE würde genau das herausheben, dass es Freiheit nur durch andere geben kann. Wir wären dann viel freier, was etwa das Thema Familie betrifft. Wir könnten problemlos zu Hause bleiben bei den Kindern, wenn wir das wollen und solange wir es für richtig hielten. Das BGE signalisierte ja, dass genau dies erwünscht sei, während heute alles in Richtung Erwerbstätigkeit drängt.
Die Last der Entscheidungen für das Leben kann einem aber keiner nehmen. Menschen, die momentan einfach nicht fähig sind, arbeiten zu gehen aufgrund ihrer Lebensgeschichte, Traumata haben, die stehen im heutigen Sozialstaat mit dem Rücken zur Wand, weil sie der normativen Verpflichtung, erwerbstätig sein zu sollen, nicht entsprechen. Sie müssen sich Vorwürfe anhören, dass sie anderen auf der Tasche liegen, werden in die Enge gedrängt. Das wäre mit dem Grundeinkommen nicht mehr so, der Druck wäre weg, gerade weil es bedingungslos bereitgestellt würde.
Das erhöhte die Chance, dass diejenigen, die aufgrund ihrer Lebensgeschichte mit dem eigenen Leben hadern, eher bereit wären, Hilfe in Anspruch zu nehmen, auch therapeutische, wo das nötig wäre, als heute, wo sie als Verlierer betrachtet werden. Die Auswirkungen gingen in alle Richtungen und damit ins Zentrum des Gemeinwesens.
Unsere Sozialisation ist übrigens ein sehr stabiles Gerüst. Das bedingungslose Grundeinkommen würde nichts revolutionär umstürzen. Es wäre eher eine Klärung – wir würden die Möglichkeiten, die wir heute schon haben, noch deutlicher sehen. Es ist auch eine Bürde, ein Zumutung. Denn wir können dann die Verantwortung für unsere Entscheidungen nicht mehr auf andere schieben.
Vielen Dank für das Gespräch!
Louisa Mosemann
21 Jahre alt, angehende Journalistin, momentan noch im Masterstudium in Kaiserslautern. Ehemals (freie) Mitarbeiterin für den SWR, Die Rheinpfalz, Zeit Online.
Kaiserslautern
Quelle
Sunday, 19 October 2014
Die Hartz-IV-Gesetze sind die Arbeitshäuser des 21. Jahrhunderts
Zum 1. April 2015 soll das Hartz-IV-Gesetz verschärft werden. Armut soll damit weiterhin als abschreckendes Beispiel dienen Haben Sie keine Erwerbsarbeit? Früher hätte das ungemütliche Konsequenzen haben können: 1589 wurde in Amsterdam eines der ersten sogenannten "Arbeitshäuser" eröffnet, um die "Abneigung gegen Arbeit zu kurieren". Die Heilmethoden waren alles andere als homöopathisch: Die Müßiggänger sperrte man in ein Verlies, in das man nach und nach Wasser füllte. Die im Wasser stehenden Gefangenen mussten ununterbrochen eine Pumpe betätigen, um sich vor dem Ertrinken zu retten. Mit dieser perversen Folter wollte man den Arbeitsunwilligen ihre Faulheit austreiben und ihnen hautnah demonstrieren, dass emsiges Arbeiten überlebensnotwendig sei. Die Menschen, die der Logik der Erwerbsarbeit in der aufkommenden kapitalistischen Gesellschaft nicht folgen wollten, wurden durch Gewalt zugerichtet und diszipliniert.
Die grausamen Arbeitshäuser verbreiteten sich schnell in ganz Europa; erst 1969 wurden sie in Deutschland abgeschafft. Nach Ronald Reagan und Margaret Thatcher dauerte es dann etwas, bis sich der Neoliberalismus auch in Deutschland vollends entfalten konnte. Am 1. Januar 2005 aber kam "Hartz IV". Seitdem leben Millionen Menschen mit dem ALG II, das bekanntermaßen weder zum Leben noch zum Sterben reicht. Selbst Menschen, die um jeden Preis arbeiten wollen, aber nicht können, bekommen das zu spüren. Ganz zu schweigen von denen, die durch Krankheit, Kündigung oder andere Schicksalsschläge in Hartz IV gestürzt sind.
Kurz nach der Einführung von Hartz IV drohte der damalige SPD-Arbeitsminister Franz Müntefering mit den biblischen Worten Paulus’: "Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen!" SPD und Grüne wussten damals genau, was sie taten. Nichts zieht so sehr den Volkszorn auf sich wie die (vermeintliche) Faulheit.
Mit der Drangsalierung der Arbeitslosen lässt sich prima Stimmung machen – und Wahlen gewinnen. Das geschieht auf vielerlei Wegen: Von Wirtschaft und Politik hören wir ständig das Gefasel von "Wachstum", "Wettbewerb" und "Standortsicherheit", um uns einzureden, dass wir "Gürtel enger schnallen" müssten, weil nur so "sichere Arbeitsplätze" möglich seien – alles andere sei "alternativlos". Eine Lohnerhöhung sei nicht drin, weil sonst die Firma pleitegehe. Wir dürften die Reichen nicht zu stark besteuern, weil sonst die "Leistungsträger" ins Ausland gingen. All diese Dinge werden Konsens – sogar bei den Erwerbstätigen selbst.
Untermauert wird dieser verheerende Konsens, indem massiv die reale Lage verdreht wird: Angeblich haben wir einen "Fachkräftemangel", zum Beispiel bei Ingenieuren, wie uns Lobby-Verbände und unkritisch abschreibende Medien weismachen wollen. Tatsächlich aber spricht die Bundesagentur für Arbeit von einem solchen Mangel, wenn auf eine Stelle drei Bewerber kommen – der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) sieht einen angeblichen Fachkräftemangel bei fünf Bewerbern pro freier Stelle. Die Wirtschaft will sich die Rosinen aus einem Überangebot an Bewerbern herauspicken, die anderen Bewerber fallen unter den Tisch – und schlimmstenfalls in Hartz IV. Und bei Hartz IV geht die Propaganda weiter: Jede BILD-Schlagzeile über vermeintliche "Sozialschmarotzer" und jede RTL-II-"Teenie-Mütter"-Folge untermauert die feindliche Stimmungslage gegen erwerbslose Menschen.
Seit der Einführung von Hartz IV stimmen 47,3 Prozent der Deutschen der Aussage zu, dass die meisten Arbeitslosen kaum daran interessiert seien, einen Job zu finden, wie das Forschungsprojekt "Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit" ermittelt hat. Aufschlussreich ist dabei die Feststellung, dass die Hetze gegen Arbeitslose und Arbeitsverweigerer mit dem Einkommen steigt. Wilhelm Heitmeyer, der Leiter des Projekts, sieht die Ursachen hierfür in einer "Ökonomisierung des Sozialen":
In der Selbstwahrnehmung der Vermögenden strotzen deren Biografien vor Effizienz, Nützlichkeit und Verwertbarkeit. Dazu kommen durch ihre Sozialisierung – etwa durch Abschottung, ihre Wohnlage – bestimmte Habitusmuster. Dazu gehört Gleichgültigkeit gegenüber Obdachlosen. Es gibt eine elitäre Parallelgesellschaft, in der ein eisiger Jargon der Verachtung herrscht und kaum Interesse an gesellschaftlichen Integrationsproblemen. Es gibt also keine Auseinandersetzung mit dem, was in unserer Gesellschaft geschieht. Es geht den Reichen bei ihrer Abschottung um die Sicherung ihres Status. Insofern gibt es sozusagen einen Klassenkampf von oben.
Wilhelm Heitmeyer
Quelle
Saturday, 18 October 2014
Sanktionen verfassungswidrig
Hartz-IV-Sanktionen sind verfassungswidrig
Ein Gastbeitrag von Arnd Pollmann
Sozialleistungen gemäß Hartz IV müssen ein "menschenwürdiges Existenzminimum" gewährleisten – das hat das Bundesverfassungsgericht vor wenigen Wochen bekräftigt. Leider hatte das Gericht auch diesmal nicht zu prüfen, was ständig übersehen und politisch totgeschwiegen wird: Nicht der Hartz-IV-Regelsatz ist das verfassungsrechtliche Problem. Es sind die Sanktionen, die das Jobcenter verhängen kann. Diese Sanktionspraxis verletzt das Gebot zum Schutz der Menschenwürde.
Nach dem Sozialgesetzbuch II (SGB II) führen bereits kleinere Regelverstöße, etwa ein verpasster Termin im Jobcenter, stufenweise zu einer Absenkung des Regelsatzes (derzeit 391 Euro). Wenn ein Hartz-IV-Empfänger nicht die geforderte Anzahl an Bewerbungen schreibt oder einen Ein-Euro-Job ablehnt, gilt das bereits als schwere Pflichtverletzung. Bei Wiederholung kann dann der komplette Regelsatz gestrichen werden. Unter-25-Jährige trifft es noch härter: Ein einmaliger Regelverstoß genügt, um die Zahlungen einzufrieren. Dann werden nur noch die Kosten für Unterkunft und Krankenkasse übernommen ‑ und selbst die können im Fall einer weiteren Pflichtwidrigkeit für drei Monate auf null gesetzt werden. 10.800 Menschen waren im Jahr 2012 von dieser Auf-null-Setzung betroffen; insgesamt wurden 1.024.620 Sanktionen verhängt.
Abgesehen davon, dass diese Sanktionen fast immer kontraproduktiv sind: Durch sie wird hunderttausendfach ein Versprechen gebrochen, das sich die Sozialgesetzgebung selbst auferlegt hat. "Die Grundsicherung für Arbeitsuchende soll es Leistungsberechtigten ermöglichen, ein Leben zu führen, das der Würde des Menschen entspricht", heißt es im SGB II. Die Sanktionen konterkarieren diesen Grundsatz: Wenn die in voller Höhe gezahlte Leistung ein Leben in Würde ermöglichen soll, dann senkt jede Reduktion des Regelsatzes das Lebensniveau in Richtung "nackten Überlebens". Und werden die Bezüge auf null gesetzt, so scheint nicht einmal mehr nacktes Überleben möglich. Eine solche Sanktionspraxis verträgt sich nicht mit dem als "absolut" zu verstehenden Anspruch aus Artikel 1 des Grundgesetzes – die Würde des Menschen ist unantastbar.
An dieser Misere ist das Bundesverfassungsgericht nicht ganz unschuldig, weil es von einem "menschenwürdigen Existenzminimum" spricht. Hier werden zwei Dinge vermischt, die man auseinanderhalten muss: das bloße Existenzminimum und die Menschenwürde. Für ein menschenwürdiges Leben ist mehr nötig als das, was man zum Überleben braucht, zum Beispiel eine gerecht entlohnte Tätigkeit statt Zwangsarbeit mit Niedriglohn; Kleidung, mit der man sich auf die Straße traut; ein gewisses Maß an Bildung, das eine Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben ermöglicht. Ein Mensch kann ohne diese Dinge "leben", nicht aber menschenwürdig. Daher ist die gegenwärtige Sanktionspraxis, die den Rotstift genau in diesem Zwischenbereich ansetzt, verfassungswidrig. Der Staat vergeht sich nicht nur an seinen Bürgerinnen und Bürgern, sondern auch an seinem wichtigsten Verfassungsgrundsatz.
Quelle
Tuesday, 14 October 2014
Sunday, 12 October 2014
Wird Wäsche richtig sauber, wenn man sie bei 30 Grad oder kälter wäscht?
Heiß haben’s die Deutschen gerne: Sie waschen ihre Wäsche bei durchschnittlich 46 Grad. In anderen Ländern liegt die mittlere Temperatur eher bei 30 Grad. Laufen andere Völker in schmutzigeren Klamotten herum?
Die bei uns üblichen Waschmaschinen heizen kaltes Wasser elektrisch auf, auch wenn meist ökologisch günstiger erhitztes Wasser aus der Leitung kommt. Die dafür erforderliche Energie steigt mit der Temperatur: 40 Grad benötigen doppelt so viel wie 30 Grad, 60 Grad fünfmal so viel und 90 Grad zehnmal so viel. Schon ein paar Grad weniger können also viel Strom und Geld sparen.
Die großen Waschmittelhersteller haben vor ein paar Jahren ihre Rezepturen geändert. Die enthaltenen Enzyme lösen jetzt Fett und anderen Schmutz schon bei Temperaturen um 20 Grad aus der Wäsche. Große Werbekampagnen dazu gab es allerdings nicht, ...
Die normal verschmutzte Wäsche, die wir in die Maschine stecken, enthält keine Keime, vor denen man große Angst haben müsste. Und auch wenn die Kaltwäsche nicht die Temperatur erreicht, bei der Bakterien zuverlässig abgetötet werden – dazu muss man mit 60 Grad oder mehr waschen –, so sterben doch viele Erreger in der Seifenlauge.
Weiterlesen
Monday, 6 October 2014
13 Gründe, niemals einen Job anzunehmen
Der Wecker klingelt, ich drücke den Snooze-Button, drehe mich um, fünf Minuten später geht das Spiel von vorn los, ein paar Runden später stehe ich zähneknirschend auf. Gehe unter die Dusche, putze die Zähne, denke an den Weg zur Arbeit und die folgenden 9 Stunden im Büro. Schlucke den Widerwillen hinunter, ein Stück davon bleibt allerdings den gesamten Tag über in meinem Hals stecken. Breche (auf, zur Arbeit). Lauter Leute unterwegs, lauter Leute im Büro, denen es genauso geht. Bis zur Mittagspause vergeht die Zeit noch halbwegs schnell, danach dehnt sie sich aus.
Ich bin ein Angestellter. Ich habe einen Job. Aber wenig Freiheit, wenig aufregende Tage, viel weniger Geld, als mir eigentlich zustünde, um für die Zeit zwischen dem ersten Weckerklingeln und dem Nachhausekommen angemessen entschädigt zu werden. Meine Wochenenden und mein Urlaub sind mal mehr, mal weniger schöne Inseln in einem Meer aus Mist.
Ich mache das so, weil es eben so gemacht wird.
Halte an, halte inne. Es gibt viele gute Gründe, niemals so zu leben, niemals einen Job anzunehmen.
1. Hinter Gittern – der Angestelltenknast
Hinter Gittern werden Träume gebrochen. Hinter Gittern verlieren Menschen nach und nach ihre Lebendigkeit.
Sie sehen nur noch andere Menschen, die sich Jahr für Jahr mehr von ihren Träumen verabschieden, von dem, was sie in ihrer Kindheit, Jugend und als junge Erwachsene erleben und erreichen wollten.
Die Gitter halten uns davon ab, rauszugehen und das Leben zu führen, das uns glücklich machen würde, unsere Tage so zu verbringen, wie wir es uns wünschen.
Im Job zeigen sich die Gitter nicht als metallene Stäbe, sie sind aber genauso gnadenlos hart und unumgänglich.
Aber nur, solange wir an sie glauben.
Es gibt sie gar nicht. Wir glauben nur an die Gitter, weil es die meisten Anderen auch tun.
Reiß’ sie nieder.
Du brauchst kein großes Einkommen, Du brauchst ein großes Leben.
Ein großes Leben besteht nicht zum größten Teil aus Meetings mit Wichtigtuern, aus Schreibtischen mit vor sich hinratternden Computern, an denen man 40, 50, 60 Stunden in der Woche hockt, um seelenleere Tabellen und Powerpoint-Charts zu füllen. Es besteht nicht aus toten Zeiten zwischen ersehnten Zigaretten-, Kaffee- und Mittagspausen.
2. Im Job bleibt man ein ewiges Kind (oder lässt sich so behandeln)
Ein Kind braucht Grenzen, die die Eltern für es setzen. Es braucht Eltern, die sich um es kümmern und Lob, wenn es etwas richtig gemacht hat.
Ein erwachsener Mensch nicht.
Ein Job grenzt uns ein, gibt vor, wann wir wo was zu tun haben. Sind wir dann fertig, gehen wir zum Chef, stellen unser Ergebnis vor, und wollen gelobt werden.
Im Job bleibt man ein Kind – oder lässt sich zumindest so behandeln.
Abhängig.
Hast Du ein schlechtes Gewissen, wenn Du mal einen Tag nicht arbeiten willst – so, wie wenn Du der strengen Chef-Mutti verheimlichen möchtest, dass Du gar kein Fieber, sondern das Fieberthermometer nur kurz auf die Heizung gelegt hast?
Wie lange darfst Du am Abend zum Spielen rausgehen, wann musst Du spätestens wieder da sein, damit Du Chef-Mutti am nächsten Tag von Deiner Frische und Leistungsbereitschaft überzeugen kannst?
Bei Mutti kann man nicht kündigen, im Job schon.
Sei ein Erwachsener.
Sei frei.
3. Die verlernte Intuition
Oft ist es unser Bauchgefühl, unsere Intuition, die uns im Leben weiterbringt. Das Gefühl, etwas Großes schaffen oder etwas Schlimmes verhindern zu können.
Wie jeder Muskel und alles andere auch wächst das, was man trainiert, und schrumpft, was man nicht nutzt („use it or loose it“). So schrumpft auch unsere Fähigkeit, intuitiv zu handeln, wenn wir sie nicht nutzen.
Intuition bringt aber nun mal das „Problem“ mit sich, zu etwas jenseits der Rationalität zu streben. Wer Fehler macht, und hinterher keine klaren Argumente hervorbringen kann, warum es zumindest einen Versuch wert war, steckt schnell in der Klemme.
Es mag ein paar innovative Unternehmen geben, die Freiraum und das Fehlermachendürfen zur Priorität erklärt haben. In 99 von 100 Unternehmen ist das leider anders – da ist es oft besser, gar nichts zu tun, als sich etwas zu trauen, das einem hinterher Ansehen oder gleich den Job kostet.
Dass man als Angestellter außerdem nur selten die eigenen Früchte ernten darf, lässt die Motivation und den Mut zur Intuition noch schneller absterben.
4. Nichts, das bleibt
Hast Du heute oder in der letzten Woche mit Deiner Arbeit etwas geschaffen, das Bestand hat – ein Einkommen, von dem Du auch über dieses Monat hinaus profitieren kannst?
Oder musst Du nächsten Monat wieder Deine wertvolle Lebenszeit gegen einen Gehaltszettel eintauschen, um Deine Rechnungen zahlen zu können?
Mit einem Job baut man nichts auf. Fähigkeiten vielleicht, ja (aber auch in erster Linie nur solche, die einzig zum Überleben in der Angestelltenwelt dienen), bestenfalls ein oder zwei Beziehungen, die überleben, wenn wir woanders hingehen. Aber auf keinen Fall etwas, das einmal erschaffen fortwährend Einkommen generiert.
Ein Buch zum Beispiel schreibt sich meist nicht innerhalb von einem Monat, dafür kann es über Jahre hinweg für Einkommen sorgen. Eine Website mit vielen Besuchern lässt sich nicht von heut auf morgen aufbauen. Doch irgendwann gewinnt sie ein Eigenleben, das uns ganz oder teilweise ernähren kann.
Du tust etwas einmal, und das Ergebnis kann vielen Menschen immer wieder helfen.
So lange das eigene Einkommen davon abhängt, dass wir heute wieder den selben Mist machen müssen, wie gestern, so lange ist nichts erschaffen, so lange sind wir nicht frei.
5. Liebst Du Deinen Chef? Solltest Du aber, denn Du machst ihn ja reich
Für wen schaffst Du sonst bleibenden Wert, wenn nicht für Dich?
Na klar, für Deinen Chef oder für dessen Chef, der Dich eingestellt hat, weil Du ihm mehr Geld einbringen sollst, als Du ihn kostest.
Also: wie sehr liebst Du ihn, Deinen Boss? Mehr als Dich selbst? Wenn ja, dann bist Du in einem Job fantastisch aufgehoben!
Wenn nein: wäre es nicht schön, Dich selbst mit Deiner wertvollen Arbeit reich machen zu können?
6. Keine Zeit für wichtige Dinge
Die mühsame feste Tages-, Wochen- und Jahresstruktur lässt uns abends erschöpft nach Hause kommen, die Hemden bügeln, vielleicht noch ein paar Mails beantworten, die der Chef am Abend geschickt hat, weil er selbst ja auch nichts besseres mit sich und seinem Leben anzufangen weiß.
Und schon ist er wieder um, der Abend, schon sind sie wieder da, die Schlafprobleme, das Klingeln des Weckers, der leere Blick im Spiegel.
Das eine Problem ist, dass wir als immer wieder arbeiten müssen, um die nächste Rechnung zahlen zu können. Das andere ist, dass viele Menschen von ihrem sinn- und freudlosen Job so erschöpft nach Hause kommen, dass sie keine Kraft finden, bewusst schöne Zeit mit den Kindern, dem Partner oder Freunden zu verbringen.
Was bleibt, ist die Glotze. In die wir dann genauso leer starren, wie in den Spiegel am Morgen und den Monitor im Büro.
Die kostbare, stark begrenzte Lebenszeit verstreicht (wir wissen oft gar nicht, wie stark begrenzt sie wirklich sein wird). Einfach so. Das ist der Preis für … ja, für was eigentlich … für Sicherheit?
7. Sicherheit war mal
„Such Dir einen sicheren Job“, hieß es früher oft.
Heute einen sicheren Job zu finden ist ungefähr genauso wahrscheinlich, wie Elvis Presley aufzuspüren, der manchen Anhängern zufolge im Ufo über uns herumschwebt.
Jobs sind so lange sicher, wie es dauert, eine Kündigung auszusprechen (und je nach Art der Kündigung noch ein paar Monate Kündigungsfrist länger).
Große Konzerne entlassen zehntausende, eigentlich gewinnbringende Mitarbeiter, weil sie in anderen Ländern billiger und damit noch profitabler produzieren können.
Mittelständler mit großer Tradition sind nicht länger verschont.
Über kleine Unternehmen müssen wir gar nicht erst sprechen.
Und dann steht man da, hat sich verlassen auf die „sichere“ Stelle, den loyalen Arbeitgeber, der sich doch dafür kenntlich zeigen müsste, dass man sich jahre- und jahrzehntelang den Arsch für ihn aufgerissen hat.
Tut er aber nicht.
Der einzige Einkommensfluss versiegt dann, unser Konto verdurstet schnell.
Da die wenigsten Angestellten jeden Monat genügend Geld beiseite legen können, um im Falle einer Kündigung eine Zeit lang gut überleben zu können, ist ein Job das Gegenteil von Sicherheit.
8. Alt und arm
Wenn Du jetzt noch 20 Jahre oder mehr von Deiner Rentenzeit entfernt bist … glaubst Du wirklich, dass Du im Alter davon leben können wirst?
Dann wirf’ doch mal Google an mit der Suche „Die Rente ist sicher“ (und lies nicht nur das, was Norbert Blüm sagt).
Wer nicht selbst vorsorgt, wird irgendwann alt und arm sein. Leider fehlt dafür das Geld, wenn ein großer Teil des Bruttoeinkommens in die Rentenkasse fließt, die leer sein wird, wenn wir irgendwann hineingreifen wollen.
9. Die Entschädigungs-Falle
Unzufriedenheit macht kauflustig. Liegt hinter uns ein langer Tag mit langen und sinnlosen Aufgaben und Meetings, neigen wir dazu, uns zu entschädigen. Mit einer Pizzabestellung am Abend. Oder einem neuen Fernseher, oder Auto – wir „haben ja schließlich dafür gearbeitet“.
Dass wir eigentlich keine Dinge brauchen, sondern freie und erfüllte Lebenszeit, mögen wir dann kurz vergessen können. Aber eben nur kurz. Bis zur nächsten Pizza, dem nächsten Fernseher, dem nächsten Auto.
Die ganzen Entschädigungen fesseln uns an einen „höheren“ Lebensstandard und damit auch weiter an den Job.
Noch schlimmer wird es, wenn wir uns mit Dingen entschädigen wollen, die wir uns nicht leisten können – bzw. nur mit einem Kredit.
Ein Kreislauf entsteht:
Unzufriedener.
Höhere Ausgaben.
Mehr Zwang zur Arbeit.
Unzufriedener.
10. Was die Masse tut, ist meistens dumm
Psychische Erkrankungen, Übergewicht und Herzerkrankungen sind auf dem Vormarsch. Und das nicht von ungefähr. Die Art und Weise, wie die meisten Menschen leben, wie die Masse lebt, isst, arbeitet, sich verbiegt führt ins Verderben.
Könnte das Berufsleben der Leute, das ja immerhin den größten Teil der Tageszeit neben dem Schlafen ausmacht, auch damit zu tun haben?
Wir fragen uns oft: was tut die Masse? … und tun es dann selbst.
Besser ist aber sehr, sehr häufig zu fragen: was tut die Masse nicht? … und genau das umzusetzen.
Wie verbringt die Masse ihr Leben?
11. Die egoistische und feindliche Welt der Angestellten
Im Job lernen wir: es geht um uns selbst, nicht um andere. Um Selbstinszenierung und nicht darum, Nutzen für andere zu schaffen.
Zwangsläufig ist unser Denken und Handeln als Angestellter davon geprägt, nur den eigenen Nutzen zu maximieren:
Wie bekomme ich ein lausiges Ergebnis so poliert, dass es zumindest für ein Meeting lang glänzt?
Wie lange kann ich meine Pause ausdehnen, ohne dass sich jemand beschwert?
Wie bekomme ich die nächste Gehaltserhöhung, ohne mir dabei mehr aufzuladen?
Da auch die Kollegen rechts und links von uns so denken und handeln, und wir das genau wissen, entsteht eine mehr oder weniger unterschwelle Feindlichkeit. Eine Stelle kann eben nur von einem besetzt sein, und dann doch in jedem Fall lieber von mir, als dem anderen.
Mit dem eigenen Business ist es etwas anderes. Je mehr Wert wir für andere schaffen, umso wahrscheinlicher ist es, dass wir dafür irgendwann entlohnt werden. Wir sind daher viel mehr gezwungen, uns um den Nutzen für andere zu sorgen.
Das gilt nicht nur für die eigenen Kunden, sondern auch für Partnerschaften mit anderen Unternehmen. Mit gemeinsamen Vorhaben kann deutlich leichter Wert für alle Beteiligten geschaffen werden, als im Angestelltenverhältnis.
Business kann auch Krieg sein, für andere Wert zu erschaffen wird aber viel eher belohnt.
12. Mein Kollege, der Zombie
Nicht nur der Egoismus und die Feindlichkeit der Angestelltenwelt schaden uns, sondern bereits die bloße Anwesenheit derer mit dem tagtäglichen Brocken Widerwillen im Hals.
In den letzten Jahrzehnten haben Studien immer wieder gezeigt: wenn diejenigen, mit denen wir die meiste Zeit verbringen, arm sind, dann sind wir es auch, sind sie dünn, sind wir es auch. Die meisten von uns wiegen ungefähr so viel wie der Durchschnitt derer, mit denen wir unser Leben leben. Und dazu gehören nicht zuletzt die Kollegen.
Wenn es für Körpergewicht und Einkommen gilt, dann auch für die eigene Lebendigkeit.
Da das Angestelltendasein vielen Menschen ihre Freiheit, ihre Träume, ihre Intuition und Energie raubt, bleibt nach vielen Jahren oft nichts mehr als eine graue, verbitterte, frustrierte Hülle, die den Kern der Lebendigkeit und Lebensfreude ummauert hat.
Und mit solchen Leuten verbringen wir mehr Zeit als mit der eigenen Familie und den Freunden.
Es ist wie im Horrorfilm: wenn wir mit Zombies herumhängen, werden die Zombies uns beißen, und wir werden selbst zu einem.
13. Schlechtes Vorbild
Willst Du wirklich, dass Deine Kinder und alle anderen, die Dir am Herzen liegen, so abhängig und eingeschränkt leben müssen, wie es die meisten Angestellten tun?
Nein?
Dann sei ein Vorbild, inspiriere sie mit Deinem eigenen Leben, mache ihnen Mut, ihren eigenen Weg zu gehen.
Was sagt Dein Herz?
Quelle Deutsch
Inspiration Englisch
Sunday, 28 September 2014
Kickass Torrents, go'n fuck yourself !
I was member of the Kickass-Community for almost 2 years.
During the time I met a lot of Members and of course Forum Moderators, Staff and Admins.
I'm not going into the deficiencies of the forum, there are plenty (suggestions to improve the forum are ignored most of the time although they have a so called "idea box"), but since my membership has been cancelled and my IP banned by horrorhound, I now feel to come forward to let others know about my experiences. Kickass is run by a bunch of aggressive maniacs. If you're in touch by PM with one of them, you better prepare to lick balls because they expect you to be obedient like a slave. As a regular member you have the lowest rank = you're worthless. Even reputable uploaders are being treated like shit as one has told me not long ago. However, I want to state that there are absolutely lovely members and Admins / Moderators, but they're in the vast minority. Most of them behave like little retards.
Kickass, go'n fuck yourself !
✂- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
Allein ist nicht gleich einsam
Allein ist nicht gleich einsam
Angelika Tannhof
Alleinsein ist zunächst mal nur ein Zustand und nichts Negatives. Es ist eben gerade niemand bei uns. Das kann für Stunden, Tage oder ein Wochenende so sein.
Allein sein heißt ungestört sein, frei entscheiden, nicht abgelenkt, sich mit niemandem abstimmen zu müssen, sich ganz deutlich spüren, Selbstgespräche führen, sich in Ruhe über Dinge klar werden. Allein sein heißt auch, ganz auf sich gestellt sein, sich anders und weniger spüren, sich nicht austauschen zu können, Stille aushalten, mit seinen Gedanken und Gefühlen allein zu sein. Manche Menschen können das nur schwer ertragen, andere finden es nur ab und zu mal gut. Wieder andere ziehen sich regelmäßig und ganz bewusst zurück. Ob wir damit gut umgehen können oder nicht, hängt davon ab, ob wir es gelernt haben und ob wir gute oder eher schlechte Erfahrungen damit gemacht haben.
Wer schon früh gelernt hat, sich mit sich selbst zu beschäftigen und zur Ruhe zu kommen ohne Ablenkung durch SMS, Telefon oder Internet, hat auch später wenig Probleme damit. Wer das nicht gelernt hat, hat meistens Schwierigkeiten, die Leere zu füllen, die dann entsteht. Er oder Sie braucht Ablenkung und Kontakt. Viele Menschen, die nicht allein sein können, springen von einer Beziehung in die nächste, obwohl der neue Partner vielleicht gar nicht so gut passt, weil sie Angst haben, das Alleinsein nicht auszuhalten. Angst vor dem Alleinsein - das kann auch an früheren schlimmen, oder sogar traumatischen Erfahrungen liegen. Wenn man einen Elternteil früh verloren hat, lange im Krankenhaus liegen musste oder vielleicht auch zu oft allein gelassen oder vernachlässigt wurde.
Für viele bedeutet allein sein auch einsam sein. Aber das ist nicht Dasselbe. Allein sein kann man, muss es aber nicht. Man kann jederzeit wieder in Verbindung treten, wenn es genug ist. Der Einsame hat meistens nicht die Wahl. Er sehnt sich vielleicht danach, kann aber nicht in Kontakt treten, weil da gerade niemand ist, oder er sich nirgendwo zugehörig fühlt. Er oder Sie fühlt sich abgetrennt und ausgegrenzt. Aber so ganz kann man das Eine nicht immer vom Anderen trennen. Die Grenzen sind oft fließend. Man kann sich im Alleinsein einsam fühlen, genauso aber auch in Gesellschaft. Umgekehrt heißt Single sein nicht unbedingt einsam sein. Es gibt Situationen, in denen sind wir allein - mit Schicksalsschlägen oder schweren Entscheidungen, die zu treffen sind und fühlen uns dann auch einsam, weil wir keine Unterstützung haben. Quälende Einsamkeit Alleinsein kann sehr gut tun. Einsamkeit dagegen kann quälen und krank machen. Man kann vereinsamen, wenn man sich sehr zurückzieht, und zu wenig Kontakte aufbaut und pflegt. Dahinter steckt oft soziale Angst, Angst vor Enttäuschungen, Ablehnung und Zurückweisung. Meistens ziehen sich diese Menschen sehr zurück, es fällt ihnen dadurch immer schwerer mit anderen umzugehen. So verstärkt sich das Gefühl des Verlassenseins und der Minderwertigkeit noch - keiner will mich, keiner interessiert sich für mich. Aus diesem Kreislauf findet man nicht so leicht heraus. Eine Therapie kann vielleicht helfen. Wichtig ist es, immer wieder unter Menschen zu gehen und Kontakte zu versuchen, Man sollte aber nicht erwarten, dass Andere den ersten Schritt machen. Zur sozialen Kompetenz gehört, Enttäuschungen wegzustecken und doch immer wieder neu zu investieren. So kann die seelische Widerstandskraft wachsen.
Alleinsein kann man lernen und üben - das geht schon mit ganz einfachen Schritten, einen langen Spaziergang machen, einen Abend alleine verbringen, alleine Sport treiben - ohne sich durch MP3-Player oder Fernsehen abzulenken. Die Ruhe genießen, mit sich ins Reine kommen. An Menschen denken, die einem nahe stehen, schöne Erinnerungen genießen, Pläne schmieden. Klappt das nicht, sollte man seinen Gefühlen auf den Grund gehen. Was ist so unangenehm an Stille? Warum habe ich jetzt schlechte Gefühle und will unbedingt mit jemandem telefonieren? Wovor habe ich eigentlich Angst? Alleinsein ist Lebenskunst Allein sein können macht unabhängig und selbstständig, es ist wichtig für die Zufriedenheit. Auch für eine Partnerschaft ist es gut, mal allein zu sein, denn wenn es zu eng wird, kann das zu vielen Konflikten führen.
Quelle
Monday, 22 September 2014
Subscribe to:
Posts
(
Atom
)









