Friday, 7 September 2012

« Moderne » Arbeitsmarktpolitik

Paul Duroy  
31.08.2012

« Erwerbsfähige, die angebotene Arbeitsplätze zweimal ohne berechtigte Gründe abgelehnt oder die Arbeit zwar aufgenommen, aber ohne stichhaltigen Grund wieder aufgegeben haben, sind der Gestapo zu melden. (...) Diese Menschen sind in polizeiliche Vorbeugehaft zu nehmen. Vor allem sind hier zu berücksichtigen:
Landstreicher, Bettler, Asoziale, Zigeuner und nach Zigeunerart herumstreunende Personen (...), die gezeigt haben, dass sie sich in die Ordnung der Volksgemeinschaft nicht einfügen wollen. »
Heinrich Himmler in einem Schnellbrief-Erlass am 1.6.1938, zitiert aus Peter Longerich - ''Heinrich Himmler - Eine Biographie''

Der Leser mag nicht erschrecken, dass zum Auftakt dieses Eintrages ein derart streitbarer Charakter zitiert wird. Dieses etwas krude Auftaktzitat darf der Leser in einem beißend grellen Lichte lesen, wenn er bedenkt, dass die ''moderne'' deutsche Arbeitsmarktpolitik anno 2011 weiterhin unbeirrt auf die massive Mobilisierung der von vornherein als ''arbeitsscheu'' Verdächtigten durch den Staat setzt. Dem ''modernen'' Staat ist keine ''Arbeits-Maßnahme'' (die sich bereits im ''Dritten Reich'' haargenau so nannte) zu schade, den doch nach der reinen Lehre eigentlich mündigen, aber derzeit arbeitslosen Bürger zu schikanieren und zu malträtieren. Der Hartz-IV-Empfaenger ist von vornherein verdächtig und hat, ohne Chance auf eine faire Diskussion auf Augenhoehe, von allem Anfang an eine zweifelhafte Bringschuld. Eines der ersten Essentials, welches ihm der sogenannte Arbeitsvermittler beim Erst-Antrag beibringen wird, ist die Pflicht nach Sozialversicherungsgesetzbuch, dass er im Grunde unrechtmaeßige Leistungen bezieht, fuer deren Bezug er im Gegenzug unbedingt, schnellstmöglich und unter maximaler Zumutung eine neue Arbeit zu finden hat. Unterschwellig wird dem Sozialgeldempfänger suggeriert, dass er vom gesunden Volkskörper zehrt und somit (und das Wort ist ''dank'' BILD und anderen Hetz-Blättern wieder erstaunlich salonfähig geworden): ein ''Sozialschmarotzer''. Auch wenn kein Mitarbeiter der Agentur für Arbeit das derart explizit ausdrücken würde.

1938 hatte der ''Reichsführer-SS'' Heinrich Himmler eine famose Idee: zur Totalisierung der kurz vor dem Eintritt in den Krieg stehenden deutschen Wirtschaft gälte es alle verfügbaren Arbeitskrüfte zu maximalisieren und auszuschöpfen. Ein Ansatz war auch, das Freisein von Arbeit zu einem Verbrechen qua definitionem auszuküren: wer also nicht arbeitete oder frei umherzog, wurde gebrandmarkt als ''Asozialer'', als und dies durchaus wörtlich: ''Sozialschmarotzer'', ein gefährlicher Parasit am eigentlich gesunden ''Volkskörper''. Im Zuge dieser Bemühungen schuf Himmler ein Projekt, dem er sich nun mit Feuereifer zu wandte: das sogenannte ''Projekt'' mit der etwas krumm klingenden Bezeichnung: ''Arbeitsscheu Reich''.

Menschen, die als ''Asoziale'' stigmatisiert wurden, die nach heutigen Begriffen psychisch krank waren, wurden demgemäß in KZ's zur Zwangsarbeit eingezogen (eben den sogenannten ''Maßnahmen'' und man beachte übrigens wie inflationär die Agentur für Arbeit diesen Begriff in ihren Info-Broschüren benutzt), sie waren vogelfrei und konnten jederzeit nach einem ''Sondererlass'' (oftmals sogar ohne einen solchen aus reiner Willkür) wegen Faulheit (!) erschossen werden.

Meine eigene Erfahrung mit der Agentur ist zB, dass ich damals, als ich mich für ein halbes Jahr selbst auf Hartz IV begeben und mir irgendwann die Schmach antun musste, meiner ''Vermittlerin'' zu erklären, dass mir aus psychischen Gründen das ganze Verfahren absolut gegen den Strich geht (ich hatte zuvor allerdings auch ganz offen, unbedarft und überzeugt politisches Widerstreben ins Rennen geführt), sie mir erklärte, ich müsse erkennen, dass ich fortan vorrangig den Fokus auf den Erwerb eines neuen Jobs zu legen habe oder auf klardeutsch üebersetzt:
''dass es Ihnen angeblich psychisch nicht gutgeht, habe ich überhoert, Sie fauler Sack, suchen Sie sich einen Job und es geht Ihnen wieder besser.''


Ja, da habe ich sofort bei mir bemerkt: vielleicht ist aufgezwungene Arbeit doch ein wahres Therapeutikum, vielleicht macht Arbeit, zumal nach allen Gesetzen des Neoliberalismus, doch frei und unbeschwert. ''Arbeit macht frei'', dieses ermutigende Spruchband könnte nach der bestechenden Alleinstellung der Arbeit doch über allen Agentur-Eingängen stehen, so dachte ich mir.

Absolut gänsehauterregend ist die (wenn auch unbewusste) Kontinuität quasi-faschistischen Denkens, das hinter dieser Glorifizierung der Arbeit als politisch-soziales Allheilmittel steckt und die strenge und konsequente Sanktionierung bei Nicht-Beachtung des auferlegten Prinzips. Heutzutage führt der Weg der sanktionierten Faulheit zwar nicht mehr ins Arbeitslager und zur Gestapo, sondern in die kalte Überlassenheit der Markt-Gescheiterten, man wird dann eben zum Paria, zum Ausgestoßenen, zum Vagabunden und Landstreicher. Man wird nur abgestempelt und von den Medien stigmatisiert und marginalisiert als asozialer Einzlfall, als Schädling am bundesrepublikanischen und doch eigentlich so gesunden Volkskörper. Vorzeige-Asoziale werden als gewünschte Marionetten dieses Zerrbildes im Fernsehen vorgeführt, quod erat demonstrandum. Die wiederum schüren einen Zorn der immer so leicht zu erregenden Mittelschicht, die sich absolut bestätigt sieht in ihrer beschränkten Weltsicht: für sie ist der Hartz IV-Empfänger per se asozial, die alleinerziehende Mutter, die ''Leistung'' bezieht, eine arbeitsscheue Halbmutter, die schon das nächste asoziale Individuum auf Staatskosten heranzieht.

Besorgniserregend ist beim Blick auf die ''moderne'' Arbeitsmarktpolitik der Bundesrepublik, dass der freie Bärger als souveränes Individuum als Empfänger staatlicher Transferleistungen von einem Moment auf dem anderen zum verwalteten und zur Disposition stehenden Objekt verkommt. Die Transferleistung ist plötzlich nicht mehr ''Wohlfahrt'' und somit eine säkularisierte Form staatlicher milder Gabe, sondern eine Art von Minimal-Alimentation, die von vornherein grobe Verdächtigungen gegen das verwaltete Objekt, den Transferempfänger, aussendet.
Zur Disposition steht der Transferempfänger in allen Belangen: fast jeder Job ist zunaechst einmal zumutbar, die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass er Leih-/Zeitarbeiter wird und von dem Personaldienstleistungsunternehmen nach freier Verfügung hin und her disponiert wird und, sollte der Empfänger partout nicht arbeiten können/wollen, steht er zur gesellschaftlichen Disposition: dann erfolgt die Leistungssperre, der unausgesprochene Ausschluss aus der Gesellschaft, die ''dispositio'', die der Lateiner mit ''Entfernung'' übersetzt. Man beachte auch, dass ''waste disposal'' im Englischen ''Mülldeponie'' bedeutet. Der Mensch ist zu Müll geworden, seine Arbeitskraft erschöpft und womöglich ausgebeutet, das nunmehr asoziale Element wird der kalten und ''bereinigenden'' Hand des Marktes überlassen. Diesselbe Hand wischt den nunmehr Verfemten leichterdings an den alleräußersten Rand der Gesellschaft.


Zuvor muss(te) sich der Arbeitslose einem inquisitorischen Verfahren stellen, dass ihm explizit mitteilte, dass er auf Staatskosten, ja: auf Kosten seiner Mitbürger lebt. Er musste gewaltige voluminoese Anträge ausfüllen, die ihm Schikane dünkten und immer wieder Termine erdulden (''wir üben jetzt mal wieder Frühaufstehen'') und Maßnahmen mitmachen, die seiner Disziplinierung und dem unausgesetzen ergonomischen Training dienten (die Wehr-Ertüchtigung für den Arbeitsmarkt). Jede Bewegung aus der Heimatstadt sollte, nach der reinen Lehre, der Agentur mitgeteilt werden und die Erlaubnis eingeholt werden. ''Unerlaubtes Fernbleiben'' oder ''nichtmitgeteilte Fremdortaufenthalte'' werden umgehend mit Leistungseinschränkung nach Paragraph XY Sozialgesetzbuch oder Leistungsentzug geahndet.


''Die öffentliche und private Fürsorge hatte sich in der NS-Zeit grundlegend gewandelt. Immer mehr ging von Fürsorgeinstitutionen nicht mehr Schutz, sondern Bedrohung für Hilfesuchende aus.''
zitiert aus: Wolfgang Ayaß, ''Die Aktion Arbeitsscheu Reich''

Wenn ein demokratischer Staat beginnt, die Arbeitslosigkeit zwar nicht ausgesprochen, aber doch im fortwährend stummschweigenden Sub-Kontext zu kriminalisieren und man dann sieht, dass sich Regierungs- und Oppositionsparteien (im übrigen weiterhin ergebnislos) um eine Erhöhung des Hartz IV-Regelsatzes um 5 Euro (Regierung) oder 11 Euro (juppieh! Opposition) streiten und nicht etwa um den generell gewaltigen Änderungs- und Abschaffungsbedarf dieses absolut fehlgeschlagenen und menschenverachtenden Projektes ''Agenda 2010'', drohen unserer Gesellschaft rohe und düstere Zeiten. Wir hatten das alles schon einmal ...

"F. ist ein arbeitsscheuer Mensch. Er lebt planlos im Lande herum und lebt vom Betteln. Einer geregelten Arbeit ist er bisher noch nie nachgegangen. Die Allgemeinheit muss vor ihm geschützt werden." So lautete die vollständige Begründung der Kriminalpolizeistelle Kassel im Haftbefehl gegen einen 27-jährigen Bettler im Juni 1938. Die vier knappen Sätze waren ein Todesurteil. F. starb drei Jahre später im Konzentrationslager Gusen, einem Nebenlager von Mauthausen.''


Quelle

Thursday, 6 September 2012

Sozialbericht NRW 2012

Sozialbericht NRW 2012

Verantwortlich: Wolfgang Lieb  Armuts- und Reichtumsbericht
Das Wichtigste in Kürze. (WL)


Einkommensentwicklung und –verwendung
  • … Von 2002 bis 2008 ist das Vermögenseinkommen deutlich gestiegen, während das Arbeitnehmerentgelt von 2000 bis 2006 stagnierte und von 2006 bis 2008 nur vergleichsweise moderat gestiegen ist.
  • Der Anstieg des durchschnittlichen verfügbaren Pro-Kopf-Einkommens hat in der vergangenen Dekade gerade den Anstieg des Preisniveaus (Inflation) ausgeglichen…
  • Der Anteil der sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten, die einen Niedriglohn von weniger als 1.890 Euro im Monat erhalten, lag Ende 2010 bei 20,4 %. Im Dezember
    2000 war die Niedriglohnquote mit 16,3 % noch deutlich niedriger. Das mittlere Bruttomonatsentgelt der Niedriglohnempfänger/-innen lag Ende 2010 bei 1.399 Euro.
  • … Ein Drittel der sozialversicherungspflichtig vollzeitbeschäftigten Frauen (33,3 %) beziehen einen Niedriglohn…
  • Während jedoch bei den 20 % der Haushalte mit den niedrigsten Einkommen von 2003 bis 2008 nominale Einkommensverluste zu verzeichnen waren, zeigen sich bei den 20 % der Haushalte mit dem höchsten Einkommen überdurchschnittliche Steigerungen beim ausgabefähigen monatlichen Einkommen. Insgesamt ist somit die Schere zwischen Haushalten mit höherem und niedrigem Einkommen weiter auseinandergegangen.
  • Zur Befriedigung der lebensnotwendigen Bedürfnisse, wie Miete, Nahrungsmittel oder Kleidung wurden 2008 durchschnittlich etwas mehr als die Hälfte (51,6 %) der gesamten Ausgaben aufgewendet. Bei den Haushalten, die zu den unteren 10 % der Einkommensverteilung gehören, entfielen 75,3 % der Ausgaben auf den Lebensunterhalt.
  • Am unteren Rand der Einkommensverteilung besteht so gut wie kein Spielraum zur Vermögensbildung. Im obersten Dezil wurden dagegen im Mittel 1.564 Euro im Monat für die Vermögensbildung aufgewendet.
  • Die Zahl der überschuldeten Personen in Nordrhein-Westfalen lag 2011 bei 1,59 Millionen und damit um rund 38.000 Personen höher als im Jahr 2004.

Armut
  • Im Jahr 2010 galt in Nordrhein-Westfalen als einkommensarm, wer über ein gewichtetes Pro-Kopf-Einkommen von monatlich weniger als 815 Euro (= 60 % des mittleren
    Einkommens in Nordrhein-Westfalen) verfügte.
  • Mehr als jede siebte Person in Nordrhein-Westfalen war im Jahr 2010 von relativer Einkommensarmut betroffen (14,7 %).
  • Kinder und junge Erwachsene tragen ein überdurchschnittliches Armutsrisiko. Fast jedes fünfte Kind im Alter von unter 18 Jahren (19,9 %) und 22,5 % der 18- bis unter 25-Jährigen leben in einem einkommensarmen Haushalt.
  • Alleinerziehende und ihre Kinder sowie Personen in kinderreichen Paarhaushalten (mit drei oder mehr Kindern) unterliegen einem stark überdurchschnittlichen Armutsrisiko
    (37,6 % bzw. 27,3 %).
  • Mehr als die Hälfte der Erwerbslosen (51,7 %) ist von relativer Einkommensarmut betroffen.
  • Mehr als jede vierte Person mit Migrationshintergrund ist von relativer Einkommensarmut betroffen (28,6 %), bei Personen ohne Migrationshintergrund gilt dies nur für jede zehnte Person (10,4 %).
  • 13,5 % der Personen im Alter von unter 18 Jahren sind von mehr als einer Risikolage betroffen, bei 4,2 % liegt ein Mangel in allen drei Bereichen vor (Einkommen, Bildung und Erwerbsbeteiligung der Eltern).
  • Im Dezember 2010 lag die Zahl der Empfängerinnen und Empfänger von Mindestsicherungsleistungen bei 1,89 Millionen. Damit hat mehr als jede zehnte Person in Nordrhein- Westfalen (10,6 %) Mindestsicherungsleistungen empfangen.
  • Die große Mehrheit der Mindestsicherungsempfänger/-innen beziehen SGB-II-Leistungen (86,0 %). Im Dezember 2010 lag die Zahl der Personen mit SGB-II-Bezug bei rund 1,6 Millionen.

Einkommenszusammensetzung und –verteilung
  • Für 84,4 % der Steuerfälle war 2007 Einkommen aus nicht selbstständiger Tätigkeit die überwiegende Einkommensart. Typisch für diese Gruppe ist, dass sie kaum andere
    Einkommensquellen hat.
    87,6 % ihres Bruttogesamteinkommens entstammten aus nicht selbstständiger Tätigkeit.
  • Steuerfälle mit überwiegend selbstständiger Tätigkeit erzielten das höchste durchschnittliche Bruttogesamteinkommen (93.499 Euro im Jahr 2007). Die zweithöchsten Einkommen erzielten Steuerfälle, deren Einkommen überwiegend aus Gewerbebetrieben stammten (2007: 72.091 Euro). Steuerfälle mit überwiegendem Einkommen aus nicht selbstständiger Tätigkeit kamen 2007 auf 38.918 Euro.
  • Durchschnittlich betrug 2007 der Anteil des Nettoeinkommens am Bruttogesamteinkommen, also der Teil des Einkommens, der zum Konsum verbleibt, 60,9 %. Vom Bruttogesamteinkommen entfielen 24,5 % auf vorsorgebedingte Abzüge (Sozialversicherungsbeiträge und analoge Aufwendungen zur privaten Absicherung von Lebensrisiken) und 13,8 % auf die Einkommensteuer.
  • Vom 2. bis zum 7. Dezil wird vor allem aufgrund des mit der Einkommenshöhe steigenden Steueranteils der Anteil des Nettoeinkommens am Bruttogesamteinkommen immer geringer. Im 2. Dezil verblieben netto 69,8 %, im 7. Dezil waren es 55,2 %. In den darauf folgenden Dezilen lag dieser Wert wieder höher, da ab dem 7. Dezil der Anteil des Bruttogesamteinkommens, der für vorsorgebedingte Abzüge aufgewendet wird, sinkt. Im 10. Dezil verblieb mit 66,1 % des Bruttogesamteinkommens ein Wert, der in etwa dem des 3. Dezils entsprach.

Reichtum
  • Im obersten Dezil wurden 2007 35,6 % des gesamten Nettoeinkommens erzielt. Im 9. Dezil waren es 16,2 %… Auf das 2. Dezil entfielen lediglich 1,4 % des gesamten Nettoeinkommens.
  • Wer in Nordrhein-Westfalen zu den obersten 1.000 Spitzenverdienern zählt, verfügte 2007 durchschnittlich über ein Äquivalenzeinkommen von 3,37 Millionen Euro… Bei den obersten 1.000 Steuerfällen hatten 2007 83,5 % überwiegend Einkommen aus Gewerbebetrieben
  • Das Vermögen ist noch wesentlich ungleicher verteilt als das Einkommen. Im untersten Fünftel der Vermögensverteilung war 2008 überhaupt kein Vermögen vorhanden, auf das zweite Fünftel entfielen gerade einmal 1,3 % der gesamten Vermögenssumme.
    Das oberste Fünftel in der Vermögensverteilung besaß 2008 nahezu drei Viertel des gesamten privaten Vermögenswertes des Landes (71,1 %).

Bildung
  • Im Jahr 2010 verfügte mehr als ein Drittel der Bevölkerung im Alter von 20 bis unter 65 Jahren über die (Fach-)Hochschulreife (35,3 %). Zur Jahrtausendwende traf dies erst auf ein Viertel (25,5 %) zu. Ohne Schulabschluss waren 2010 5,1 % der Bevölkerung im Alter von 20 bis unter 65 Jahren. Im Jahr 2000 waren es 3,7 %.
  • Auch bei den beruflichen Abschlüssen ist der Trend zu einer stärkeren Verbreitung höherer Abschlüsse ungebrochen: Im Jahr 2010 verfügten 16,5 % der Bevölkerung im Alter von 25 bis unter 65 Jahren über einen (Fach-)Hochschulabschluss. Im Jahr 2000 lag der entsprechende Anteil mit 12,8 % noch deutlich niedriger.
  • Der Anteil der 25- bis unter 65-Jährigen, die keinen beruflichen Abschluss erzielt haben, blieb mit gut einem Fünftel (21,5 %) unverändert hoch.
  • Die Bildungschancen hängen nach wie vor stark von der sozialen Herkunft ab. Dies zeigt sich sehr deutlich bei der Wahl der weiterführenden Schule. Von den Kindern aus
    einkommensarmen Haushalten, deren Eltern gering qualifiziert sind, geht nur jedes zwölfte (8,1 %) auf ein Gymnasium. Bei Kindern mit einem hoch qualifizierten Elternteil, die nicht von Einkommensarmut betroffen sind, ist es mehr als jedes zweite (59,2 %).
  • Der Anteil der Kinder mit Migrationshintergrund unterscheidet sich sehr deutlich zwischen Hauptschule und Gymnasium. Mehr als die Hälfte der Hauptschülerinnen und -schüler weisen einen Migrationshintergrund auf (50,4 %). Bei den Gymnasiastinnen und Gymnasiasten der Sekundarstufe I trifft dies nur auf weniger als ein Viertel (23,7 %) zu.

Erwerbsbeteiligung
  • Die Zahl der Erwerbstätigen ist von 2000 bis 2010 nicht in gleichem Maße gestiegen wie das Erwerbspersonenpotenzial. Demzufolge lag die Zahl derer, die ihren Erwerbswunsch nicht realisieren konnten, im Jahr 2010 deutlich über dem Niveau des Jahres 2000. 13,0 % der Frauen und 11,7 % der Männer mit Erwerbswunsch waren 2010 nicht erwerbstätig…
  • In der vergangenen Dekade hat sich das Problem der Erwerbslosigkeit bei den 15- bis unter 30-Jährigen verschärft. In dieser Altersgruppe lagen im Jahr 2010 sowohl die Erwerbslosenquoten als auch die Langzeiterwerbslosenquoten über dem Niveau des Jahres 2000.
  • Die vergangene Dekade ist durch eine zunehmende Flexibilisierung der Erwerbsformen gekennzeichnet. So ist von 2000 bis 2010 der Anteil der Erwerbstätigen mit einem unbefristeten Vollzeitarbeitsverhältnis (Normalarbeitsverhältnis) gesunken. Gestiegen ist dagegen der Anteil der atypisch Beschäftigten (Teilzeitbeschäftigte sowie geringfügig und befristet Beschäftigte).
  • Die Zahl derer, die sowohl ein Einkommen aus Erwerbstätigkeit als auch Arbeitslosengeld (ALG) II beziehen, ist von Dezember 2007 bis Dezember 2010 um 13,7 % auf 298.546 gestiegen. Damit war Ende 2010 insgesamt gut ein Viertel der erwerbsfähigen Leistungsbezieherinnen und -bezieher erwerbstätig (25,8 %).
  • Erwerbstätige ALG-II-Bezieherinnen und -Bezieher üben zu 16,5 % eine sozialversicherungspflichtige Vollzeittätigkeit aus.
  • Die Armutsrisikoquoten von atypisch Beschäftigten liegen deutlich höher. Am höchsten ist die Armutsrisikoquote der geringfügig Beschäftigten, die zudem seit 2005 (17,0 %) kontinuierlich gestiegen ist. 2010 war gut ein Fünftel (20,8 %) der geringfügig Beschäftigten von relativer Einkommensarmut betroffen.

Gesundheit
  • 2009 bezogen in Nordrhein-Westfalen gut 300.000 Personen eine Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit. Die häufigsten Gründe für eine Frühberentung waren psychische Erkrankungen (40,4 % der Neuzugänge), gefolgt von den Muskel-Skelett-Erkrankungen wie z. B. Bandscheibenvorfälle (14,2 %), Neubildungen (12,2 %) und Krankheiten des Kreislaufsystems (9,6 %).
  • Die Chancen auf ein gesundes und langes Leben sind ungleich in der Bevölkerung verteilt. Ungleiche Lebens-, Arbeits- und Wohnbedingungen, ungleiche Chancen im Zugang zu Gesundheitsleistungen, psychosoziale Faktoren sowie Unterschiede im Gesundheitsverhalten führen dazu, dass sich soziale Ungleichheit auf die Gesundheit auswirkt.

Wohnen
  • Die Wohnungskaltmieten haben sich im Zeitraum 2000 bis 2010 um 10,8 % verteuert, stärker haben die Wohnungsnebenkosten zugelegt (+18,7 Prozentpunkte). Eine noch größere Preissteigerung hat sich in diesem Zeitraum bei den Haushaltsenergien (Strom, Gas und andere Brennstoffe) vollzogen (+63,8 %).
  • Das Angebot an preis- und belegungsgebundenen Wohnungen ist in Nordrhein-Westfalen seit 2000 deutlich von 1,19 Millionen Wohnungen auf 744.500 Wohnungen im Jahr 2009 zurückgegangen. Zukünftig ist mit einem weiteren Rückgang zu rechnen. Die Nachfrage nach öffentlich gefördertem Wohnraum ist dagegen in den vergangenen Jahren nahezu konstant geblieben.
  • Ein Indikator für soziale Segregation ist die räumliche Konzentration von SGB IILeistungsbezieher(inne)n. Für Nordrhein-Westfalen lassen sich anhand von sogenannten „SGB-II-Dichten“ deutliche Unterschiede sowohl zwischen den Ballungsgebieten und dem ländlichen Raum als auch innerhalb der Städte nachweisen.

Partizipation
  • Bundesweite Studien zeigen, dass das politische Interesse, die Wahlbeteiligung und die Wahrnehmung verbindlicherer Formen politischer Aktivität (z. B. die Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft oder politischen Partei) in starkem Maße durch Bildung und Einkommen beeinflusst werden.
  • Die Wahlbeteiligung bei den Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen 2009 weist eine große Spannbreite zwischen den Kommunen auf und reicht von 44,6 % in Düsseldorf bis zu 61,7 % in Coesfeld (Landesdurchschnitt: 52,4 %).
  • Auf kleinräumiger Ebene werden Zusammenhänge zwischen der Wahlbeteiligung und der sozialen Zusammensetzung beispielsweise eines Stadtteils deutlich. Die Stadtteile mit niedriger Wahlbeteiligung sind durch eine überdurchschnittliche Arbeitslosenquote und eine hohe SGB-II-Quote gekennzeichnet.

Lebenslagen von Kindern und Jugendlichen
  • In Nordrhein-Westfalen lebten 2010 rund drei Millionen Kinder und Jugendliche im Alter von unter 18 Jahren. Davon haben mit 36,9 % mehr als ein Drittel einen Migrationshintergrund.
  • Die Mehrzahl der Kinder und Jugendlichen wächst in einer Familie mit einem verheirateten (Eltern-)Paar auf. Dieser Anteil ist jedoch rückläufig und lag 2010 bei 78,7 % (2000: 83,7 %). Immer mehr Minderjährige leben bei einem alleinerziehenden Elternteil.
    2010 traf dies auf 15,6 % der Minderjährigen zu (2000: 12,3 %).
  • Sowohl Kinder von Alleinerziehenden als auch Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund wachsen überdurchschnittlich häufig bei gering qualifizierten Eltern bzw. einem gering qualifizierten Elternteil auf.
  • Kinder mit Migrationshintergrund und Kinder von Eltern mit niedrigem Bildungsstand besuchen die Kindertageseinrichtung seltener bzw. kürzer als Kinder ohne Migrationshintergrund und Kinder von Eltern mit hohem Bildungsstand.
  • Jede fünfte minderjährige Person lebt in einem einkommensarmen Haushalt. Damit sind Kinder und Jugendliche überdurchschnittlich häufig von relativer Einkommensarmut betroffen.
  • In besonderem Maße von relativer Einkommensarmut betroffen sind Kinder und Jugendliche:
    • deren Eltern nicht erwerbstätig sind,
    • deren Eltern gering qualifiziert sind,
    • die aus kinderreichen Familien stammen,
    • die bei einem alleinerziehenden Elternteil aufwachsen,
    • die einen Migrationshintergrund aufweisen.
  • Mehr als jede sechste Person im Alter von unter 18 Jahren lebte im Juni 2011 in einer Bedarfsgemeinschaft, die SGB-II-Leistungen erhält (Monat/Jahr: 16,9 %). Die SGB-II-Quote der Minderjährigen liegt damit deutlich über der SGB-II-Quote insgesamt (11,4 %). Am stärksten betroffen sind mit einer SGB-II-Quote von 21,1 % Kleinkinder im Alter von unter 3 Jahren.
  • Bereits die Startchancen der Schüler/-innen variieren nach ihrer sozialen Herkunft. So zeigen die Befunde der Schuleingangsuntersuchung zu Entwicklungsbereichen, die zu den schulrelevanten basalen Fähigkeiten gehören, deutliche Unterschiede nach dem Bildungsniveau der Eltern.
  • Je länger ein Kind eine Kindertageseinrichtung besucht hat, desto seltener sind Entwicklungsauffälligkeiten. Kinder aus Elternhäusern mit niedrigem Bildungsniveau
    scheinen im Hinblick auf ihre kognitive Entwicklung in besonderem Maße von einer möglichst früh ansetzenden frühkindlichen Förderung in einer Kindertageseinrichtung zu profitieren. Allerdings bleiben auch bei längerer Dauer des Besuchs einer Kindertageseinrichtung deutliche Unterschiede nach dem Bildungsniveau der Eltern bestehen.
  • Die am häufigsten gewählte Schulform ist das Gymnasium, die am seltensten gewählte die Hauptschule. Im Jahr 2010 lag der Anteil der Übergänge an die Hauptschule nur noch bei 12,7 %. Zehn Jahre zuvor waren es noch 18,8 %. Der Anteil der Übergänge an die Hauptschule war bei den Schüler(inne)n ohne deutsche Staatsangehörigkeit mit gut einem Viertel (25,6 %) wesentlich höher als bei den deutschen Schüler(inne)n (11,4 %).
  • Knapp 12.000 Schulabgänger/-innen haben 2010 die Schule verlassen, ohne mindestens einen Hauptschulabschluss erlangt zu haben. Dies entspricht 5,5 % der Schulabgängerinnen und -abgänger insgesamt. Schülerinnen und Schüler ohne deutsche Staatsangehörigkeit verlassen die Schule überdurchschnittlich häufig ohne Hauptschulabschluss (12,3 %).

Lebenslage älterer Menschen
  • Renten und Pensionen stellen für die große Mehrheit der Älteren die Haupteinkommensquelle dar: Dies gilt für 95,2 % der Männer und 79,9 % der Frauen. Bei 17,2 % der Frauen ist der Unterhalt durch Angehörige die wichtigste Quelle des Lebensunterhalts.
  • Ende 2010 bezogen gut 112.000 Personen im Alter von 65 und mehr Jahren Leistungen der Grundsicherung im Alter. Damit haben 3,6 % der Frauen und 2,4 % der Männer der entsprechenden Altersgruppe diese Leistungen bezogen. 2005 lagen die entsprechenden Quoten noch etwas niedriger (3,1 % bei den Frauen und 1,9 % bei den Männern).
  • Seit 2006 ist bei den Älteren ein leichter Anstieg der Armutsgefährdung zu beobachten (von 9,0 % im Jahr 2006 auf 11,4 % im Jahr 2010). Damit sind Ältere aber weiterhin unterdurchschnittlich von Einkommensarmut betroffen. Ältere Frauen (12,8 %) unterliegen einem höheren Armutsrisiko als ältere Männer (9,7 %).
  • 14,4 % der älteren Frauen waren pflegebedürftig, bei Männern lag der entsprechende Anteil bei 8,0 %. Bei beiden Geschlechtern steigt die Pflegequote deutlich mit dem Alter an und beträgt im Alter von 90 und mehr Jahren bei den Frauen 69,7 % und bei den Männern 36,7 %. Ein entscheidender Grund für diese geschlechtsspezifischen Unterschiede besteht darin, dass ältere Frauen häufiger alleine leben und auf fremde Hilfe angewiesen sind, während pflegebedürftige Männer häufiger von ihren Ehefrauen versorgt werden.

Lebenslage Geringqualifizierter
  • Im Jahr 2010 waren 19,2 % der 25- bis unter 65-Jährigen gering qualifiziert. Bei den Frauen ist der Anteil mit 21,8 % deutlich höher als bei den Männern (16,5 %).
  • Mehr als die Hälfte der Geringqualifizierten im Alter von 25 bis unter 65 Jahren hat einen Migrationshintergrund (51,1 %).
  • Im Jahr 2010 verfügte mit 60,3 % die Mehrheit der 25- bis unter 65-jährigen Geringqualifizierten über einen Hauptschulabschluss, 13,5 % hatten die Fachoberschulreife erzielt. Mehr als ein Viertel (26,2 %) hatte keinen allgemeinbildenden Schulabschluss.
  • Vor allem jüngere Geringqualifizierte haben ein hohes und in der vergangenen Dekade gestiegenes Risiko, von Erwerbslosigkeit betroffen zu sein. Bei den Geringqualifizierten im Alter von 25 bis unter 35 Jahren lag die Erwerbslosenquote im Jahr 2010 bei den Männern mit 27,6 % um 11,6 Prozentpunkte und bei den Frauen mit 22,4 % um 7,0 Prozentpunkte über der des Jahres 2000.
  • Das Armutsrisiko Geringqualifizierter ist überdurchschnittlich hoch und zudem zwischen 2005 und 2010 gestiegen. Dies trifft auf alle Altersgruppen zu. Am höchsten ist das Armutsrisiko in der Altersgruppe der 25- bis unter 35-Jährigen. Diese waren 2010 zu 40,3 % von relativer Einkommensarmut betroffen.
  • Geringqualifizierte mit Migrationshintergrund sind deutlich häufiger von relativer Einkommensarmut betroffen (38,3 %) als Geringqualifizierte ohne Migrationshintergrund (28,0 %).
  • Das Armutsrisiko von gering qualifizierten Erwerbstätigen war 2010 mit 18,6 % überdurchschnittlich hoch und in den vergangenen fünf Jahren um 4,4 Prozentpunkte gestiegen. In der Vergleichsgruppe der 25- bis unter 65-jährigen Erwerbstätigen insgesamt lag das Armutsrisiko dagegen stabil auf vergleichsweise niedrigem Niveau (2005: 5,4 %, 2010: 5,7 %).
  • Nicht nur das Risiko von Erwerbslosigkeit betroffen zu sein, fällt bei den Geringqualifizierten deutlich überdurchschnittlich aus; wenn sie erwerbslos sind, so ist auch ihr Armutsrisiko überdurchschnittlich hoch. Erwerbslose Geringqualifizierte waren 2010 zu 68,6 % relativ einkommensarm, fünf Jahre zuvor lag die Armutsrisikoquote mit 61,3 % niedriger.

Lebenslage von Menschen mit Migrationshintergrund
  • Im Jahr 2010 lebten in Nordrhein-Westfalen 4,16 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund, dies waren 23,3 % der Bevölkerung.
  • Die Bevölkerung mit Migrationshintergrund ist durchschnittlich jünger als die Bevölkerung ohne Migrationshintergrund. Nahezu ein Viertel (22,2 %) ist unter 15 Jahre alt. Bei der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund ist dieser Anteil nur halb so hoch (11,0 %).
  • Über mittlere und höhere Bildungsabschlüsse verfügen Personen mit Migrationshintergrund seltener. Mit einem Anteil von 14,6 % bleiben sie deutlich häufiger ohne allgemeinbildenden Abschluss als die Bevölkerung ohne Migrationshintergrund (2,1 %).
  • Auch berufliche Bildungsabschlüsse werden von der Bevölkerung mit Migrationshintergrund seltener erreicht. 44,7 % der Personen mit im Vergleich zu 13,0 % der Personen ohne Migrationshintergrund bleiben ohne beruflichen Bildungsabschluss.
  • Die Erwerbstätigenquote der Bevölkerung mit Migrationshintergrund ist unterdurchschnittlich. Dies gilt insbesondere für Frauen. Die Erwerbstätigenquote ist jedoch auch bei der Bevölkerung mit Migrationshintergrund zwischen 2005 und 2010 angestiegen.
  • Personen mit Migrationshintergrund sind deutlich überdurchschnittlich häufig von Erwerbslosigkeit betroffen. 2010 fielen die Erwerbslosenquoten der Personen mit Migrationshintergrund aber deutlich niedriger aus als im Jahr 2005. Besonders deutlich sank die Erwerbslosenquote bei den 55- bis unter 65-jährigen Personen mit Migrationshintergrund (von 25,3 % im Jahr 2005 auf 13,8 % im Jahr 2010).
  • Das Armutsrisiko der Bevölkerung mit Migrationshintergrund liegt mit 28,6 % deutlich über dem der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund mit 10,4 %. Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren mit Migrationshintergrund liegt die Armutsrisikoquote bei 33,2 %.

Lebenslagen im SGB-II-Bezug
  • Im Juni 2011 erhielten 827.000 Bedarfsgemeinschaften mit 1,6 Millionen Personen Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende nach dem SGB II…
  • Die Überwindung der Bedürftigkeit verläuft im Allgemeinen relativ langsam: Knapp ein Drittel (31,1 %) der Bedarfsgemeinschaften, die im Januar 2005 den Leistungsbezug begonnen haben, waren bis 2010 durchgehend auf Leistungen der Grundsicherung angewiesen.
  • Aufgrund einer gewissen Fluktuation unter den Leistungsberechtigten hat im Zeitraum 2005 und 2011 etwas mehr als jede(r) fünfte Einwohner/-in Nordrhein-Westfalens (3,37 Millionen) zumindest zeitweilig Leistungen der Grundsicherung erhalten.
  • Nur die Hälfte der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten in der Grundsicherung für Arbeitsuchende war 2011 arbeitslos und hätte durch Arbeitsaufnahme unmittelbar ihre Einkommensposition verbessern können (2011: 46,3 %); 53,7 % waren wegen Erwerbstätigkeit, Kinderbetreuung, Ausbildung o. Ä. nicht arbeitslos.
  • Kinderreiche Familien und Alleinerziehende weisen deutlich überdurchschnittliche SGB-II-Quoten aus, da auch bei Erwerbstätigkeit das erzielte Einkommen für den Bedarf von Kindern und Partner(inne)n häufig nicht ausreicht.
  • Die Hälfte der Bedarfsgemeinschaften kann innerhalb von zwölf Monaten den SGB-IIBezug zumindest kurzzeitig verlassen. Bedarfsgemeinschaften mit einem/einer deutschen, jüngeren oder gut qualifizierten Antragsteller/-in208) haben erhöhte Chancen, den Bezug früher zu beenden.
  • Nach einer Unterbrechung kehrt ein Drittel innerhalb von zwölf Monaten in den Bezug zurück. Alleinerziehende haben zwar die längste Bezugsdauer, aber auch das geringste Rückkehrrisiko; Paare mit zwei oder mehr Kindern haben hingegen das höchste.
  • Die häufig lange Dauer des Leistungsbezugs entsteht, weil neu begonnene Beschäftigungen vor allem in Mehrpersonenhaushalten den Bedarf oft nicht decken.
  • Von den aus dem Leistungsbezug heraus begonnenen sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungen waren etwas mehr als die Hälfte (2008: 52,7 %) bedarfsdeckend…
  • SGB-II-Leistungsbezieher/-innen weisen eine relativ große Erwerbsbeteiligung und Suchaktivitäten auf. 21,8 % der Antragsteller/-innen und deren Partner/-innen gingen im Dezember 2009 einer Erwerbstätigkeit nach. Erwerbsfähige Antragsteller/-innen und Partner/-innen in Mehrpersonen-Bedarfsgemeinschaften sind überdurchschnittlich häufig während des Leistungsbezugs erwerbstätig. Die Mehrheit der Aufstocker war im Dezember 2009 geringfügig beschäftigt (58,8 %).
  • Insgesamt waren 59,4 % der erwerbsfähigen Antragsteller/-innen und Partner/-innen in den letzten vier Jahren (2006 bis 2009) mindestens einmal sozialversicherungspflichtig oder geringfügig beschäftigt. In Bedarfsgemeinschaften mit Kindern liegt dieser Anteil am höchsten, es handelte sich dabei aber häufig nur um geringfügige Beschäftigungen. Nur 11,1 % der Antragsteller/-innen und Partner/-innen waren bisher ohne nachweisbare Beschäftigung.
Quelle: Sozialbericht NRW 2012 Armuts- und Reichtumsbericht


Nachtrag: Neuere Daten
  • Die aktualisierten Indikatoren zeigen für das Jahr 2011 eine positive wirtschaftliche Entwicklung und eine Belebung des Arbeitsmarkts. Sowohl die Zahl der Erwerbslosen als auch der Personen mit Bezug von SGB-II-Leistungen ist gesunken. Dennoch ist der Anteil derer, die von relativer Einkommensarmut betroffen sind, gestiegen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass Niedrigeinkommensbezieher/- innen nur in unterdurchschnittlichem Maße von der Einkommensentwicklung profitieren konnten…
  • Der nordrhein-westfälische Durchschnittsverdienst (Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer/-in) ist von 2010 auf 2011 um 3,0 % gestiegen und damit stärker als in den vorangegangenen Jahren (2009: +/-0,0 %; 2010: +1,9 %). Auch die Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitsstunde sind nach einem leichten Rückgang im Jahr 2010 (–0,1 %) in 2011 im Vergleich zum Vorjahr wieder gestiegen (+2,3 %). Dieser Anstieg lag auf dem Niveau des Preisanstiegs im Jahr 2011 (+2,2 %5)). Die preisbereinigten Bruttostundenlöhne
    haben sich dementsprechend nur minimal verändert (+0,1%).
  • Die Armutsrisikoquote lag 2011 in Nordrhein-Westfalen bei 15,8 %. Der Anteil derer, die von relativer Einkommensarmut betroffen sind, ist damit im Vergleich zum Vorjahr gestiegen (2010: 14,7 %)
  • Dass trotz positiver Entwicklungen am Arbeitsmarkt die Armutsrisikoquote gestiegen ist, lässt sich darauf zurückführen, dass Niedrigeinkommensbezieher/-innen von der Einkommensentwicklung nur in unterdurchschnittlichem Maße profitiert haben… Besonders deutlich ist das Armutsrisiko bei den Bevölkerungsgruppen gestiegen, die ohnehin
    ein überdurchschnittliches Armutsrisiko aufweisen…
  • Auch die Armutsrisikoquote von Kindern und Jugendlichen im Alter von unter 18 Jahren und von jungen Erwachsenen ist überdurchschnittlich gestiegen. Im Jahr 2011 lebte mehr als jede/r fünfte Minderjährige (2011: 21,6 %; 2010: 19,9 %) und knapp jede vierte Person im Alter von 18 bis unter 25 Jahren (2011: 24,5 %; 2010: 22,5 %) in einem einkommensarmen Haushalt.

Quelle

Saturday, 1 September 2012

Ist das BGE ungerecht?

Aus dem Blog von Gerhard Hoeberth
15.12.11


Seit ich den Beitrag « Der Terra als Weltwährung und ein gerechtes Gesellschaftssystem » geschrieben habe, werde ich immer wieder mit Menschen konfrontiert, die massiv gegen ein Bedingungsloses Grundeinkommen argumentieren. Um nicht jeden einzeln darauf antworten zu müssen, tue ich es hier einfach mal kollektiv:

Ich kann dieses ganze « keine Leistung ohne Gegenleistung » Geschwafel nicht mehr hören. Habt ihr denn wirklich keine Ahnung, wie das Finanzsystem funktioniert? Auch die Paranoia, dass « man mit seiner Arbeit jemanden finanzieren müsste, der selbst nichts tut » ist Ausgeburt einer völlig falschen Vorstellung.
Jetzt finanzieren wir alle mit unserer Arbeit ein paar Wenige, die nichts tun, nämlich all jene, die ihr « Geld arbeiten » lassen. Darüber solltet ihr euch einmal Gedanken machen.
Und auch darüber, wo Geld jetzt eigentlich herkommt. Es wird erschaffen - durch Kredite. Durch die Rückzahlung von Krediten wird es wieder vernichtet. Das unerkannt ungerechte daran ist nur, dass diese Erschaffung (und die damit verbundene leistungslose Partizipation an der Wertschöpfung) das Monopol weniger privater Institute ist.

Die von mir und anderen vorgeschlagene Finanzierung des BGE sozialisiert dieses Monopol wieder und bringt es dort hin, wo es hingehört:


Die Voraussetzung jeglicher Volkswirtschaft ist das Vorhandensein von Menschen, die an dieser Volkswirtschaft teilhaben. Ergo müssen auch die Transaktionsmittel von jedem einzelnen Menschen generiert werden und nicht nur von einigen Wenigen, die damit das Mittel in der Hand haben, jegliche Werte über Zinseszins und lange Zeiträume in die eigene Tasche zu wirtschaften. Das BGE (finanziert über « Lebensgeld ») ist keine Sozialleistung der Fleißigen gegenüber den Faulen, sondern die einzig gerechte Geldschöpfungsstrategie, die sich Menschen bisher ausgedacht haben. 


Quelle 



 

Friday, 24 August 2012

Hartz IV Bilanz verheerend







Während sich die Theoretiker in Berlin selbst lobhudeln über die „tollen Erfolge“ der 10 jährigen Arbeitsmarkt-Reform, klingt die Stimme der Vernunft anders: Juristisch gesehen sei die reformierte Arbeitsmarktpolitik „ein absolutes Sorgenkind: In zwei zentralen Punkten wurde es für verfassungswidrig erklärt, und auch die Politiker fühlen sich offenbar nicht besonders wohl damit“, sagte Michael Kanert, Richter am Sozialgericht in Berlin, dem Tagesspiegel.

Grottenschlecht nennen es die Betroffenen. Kein anderes Gesetz in Deutschland wurde so häufig ausgeflickt und weiter verschlechtert. Seit seiner Einführung zum 01.01.2005 wurde das Gesetz 51mal geändert und bereits dreimal in einigen Punkten vom Bundesverfassungsgericht als verfassungswidrig demaskiert.


Besonders erschreckend dabei ist, dass Hunderte von Richtern der Sozialgerichte, Hunderte von Ministern und Tausende von ausgebildeten Juristen in den Jobcentern nicht gemerkt haben wollen, wie Sie mit der Umsetzung der Hartzgesetze dem SGB II einen Vorrang vor dem Grundgesetz eingeräumt haben, ausgerechnet vor dem Gesetz auf dass sie einst den Eid abgelegt haben. Geradeso als wollten sie sagen: „Die Würde des Menschen ist unantastbar – das werden wir ja sehen . . .“


Besonders in der Sanktionspraxis findet die Menschenverachtung eine besondere Ausprägung. Während im Strafrecht die Unschuldsvermutung gilt, bis eine Schuld nachgewiesen ist, so gilt dies bei den Ärmsten nicht.
„So hätten die Jobcenter bei Sanktionsbescheiden zeitweise bundesweit zwei Drittel der Verfahren verloren, „häufig wegen vermeidbarer formaler Fehler“.

Zwei Drittel bedeutet hier: Hunderttausende von Leistungsberechtigten werden zu Unrecht mit Bußgeldern bis tief unter das Existenzminimum überzogen. Zehntausende akzeptieren diese Strafen ohne Gegenwehr. Und obwohl bekannt ist, dass weit über 50% der Sanktionen rechtswidrig vollstreckt worden sind, haben die Politiker von CDU/CSU, FDP, SPD ausnahmslos für die Fortsetzung der Sanktionsschikanen abgestimmt, wohl wissend, dass wahrscheinlich das Bundesverfassungsgericht auch in dieser Frage die Praxis als verfassungswidrig aburteilen wird, weil es offen dem Sozialstaatsgebot aus Art 20 GG widerspricht.




PDF mit der kleinen Anfrage über Sanktionen und Leistungskürzungen bei Grundsicherungen

Quelle Artikel von Ulrich Wockelmann vom 23.08.12

Quelle Bild

Wednesday, 15 August 2012

Kinder sind keine Tyrannen, sie werden dazu gemacht

Warum werden aus so vielen lernbegierigen Kindern in wenigen Jahren Schulschwänzer und Klassenclowns? Weil unsere Schulen nur noch Lernfabriken sind, die Schüler und Lehrer verbiegen.




Am Samstag konnte man sie in Berlin wieder auf den Straßen sehen: die kleinen Kinder mit ihren großen Schultüten und den noch größeren Augen. Mir wird immer etwas weh ums Herz, wenn ich die Erstklässler auf dem Weg zur Einschulung sehe. Sie sind so freudig aufgeregt, so stolz, so lernbegierig. Und binnen weniger Jahre, oft noch viel, viel schneller, wird die Schule es schaffen, aus so vielen von ihnen Problemkinder zu machen: Demotivierte, Faule, Schulschwänzer, Klassenclowns, Mathehasser, Sportversager, Unmusikalische und so weiter.

Man kritisiert die Schule oft als Lernfabrik. Aber eine Fabrik, die so viel Ausschuss produziert, hätte man längst geschlossen, statt sie zu subventionieren, wie wir es tun. Genau das empfiehlt übrigens der dänische Moralphilosoph und Erziehungsratgeber Jesper Juul. Die Schulen sollte man fünf Jahre lang schließen und den Lehrern die Möglichkeit geben, das zu lernen, was ihnen bisher niemand beigebracht habe: wie man mit Schülern, Eltern, Vorgesetzten und miteinander redet.

Daran musste ich denken, als mir eine Schulsekretärin erzählte, was sie nach dem ersten richtigen Schultag der Kleinen am Montag erlebte. Die aus den Klassen kommenden Lehrerinnen fragte sie, wie es gewesen sei, was sie gemacht hätten.

Die erste antwortete: "Es war schön. Wir haben gesungen und gemalt. Ich bin völlig erledigt, aber glücklich." Die zweite: "Na, Unterricht habe ich gemacht. Die sollen gleich merken, dass Schule Stress bedeutet." Die dritte: "Das Schlimme ist, wir geben die nach zwei oder drei Jahren ab, da sind sie halbwegs zu Menschen geworden, und dann kriegen wir wieder diese Monster und müssen von vorn anfangen."
Man kann davon ausgehen, dass eine Lehrerin, die den Kindern beibringen will, dass Schule Stress bedeutet, ihr Lehrziel sehr schnell – vielleicht schon am ersten Tag – erreichen wird, und dass die Schüler ihr auch immer Stress machen werden. Man kann davon ausgehen, dass eine Lehrerin, die Monster erwartet, auch immer wieder Monster bekommen wird. Und dass nicht nur viele Kolleginnen, sondern auch viele Eltern ihr recht geben werden.

Die zwei erfolgreichsten Erziehungsbücher der letzten fünf Jahre waren:

Wer Kindern als potenzielle Tyrannen begegnet, denen nur mit Disziplin beizukommen ist, wird nicht enttäuscht. Entweder werden ihm die Kinder auf der Nase herumtanzen, oder er wird sie mit Angst in Schach halten.

Dass es grundsätzlich anders ginge, wird er weder in dem einen noch in dem anderen Fall erfahren. Und bald kommt auch Ursula Sarrazin mit ihrem Buch "Hexenjagd", mit dem sie bestimmt vielen Lehrerinnen aus dem Herzen spricht. "Wir Lehrer können nicht alle gesellschaftlichen Defizite beheben", schreibt sie. "Schule ist damit überfordert."

Gewiss doch. Freilich musste Schule immer schon "gesellschaftliche Defizite beheben", sonst wäre sie zwar nicht überfordert, aber überflüssig. Freilich muss die Gesellschaft die Defizite beheben, die erst die Schule hervorgerufen hat: Lernunlust, Leistungsscheu, Wissenslücken, mangelndes Selbstvertrauen, Hass auf Autoritäten. Wer Kinder als potenzielle Träger gesellschaftlicher Defizite sieht, wird ja auch nicht enttäuscht. Oder wie es das deutsche Sprichwort weiß: Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus.

Die Kinder, die ich am Samstag sah, sind nicht defizitär. Sie sind keine kleinen Tyrannen. Möglicherweise sind sie nicht alle so, wie sie die Schule gern hätte. Aber das spricht nicht notwendig gegen die Kinder. Und auch nicht gegen die Lehrer. Die Schule macht sie genau so fertig wie die Kinder, mit denen sie eingesperrt werden. Sie sind, um die Fabrik-Analogie noch einmal zu bemühen, wie Arbeiter, die ein Auto bauen sollen, aber weder einen Plan noch Werkzeug haben. Denn Lehrpläne sagen etwas übers Fach aus, nichts über Kinder.

Ab und zu aber gibt es eine Sternstunde. So sagte ein Junge nach seinem ersten Schultag: "Das war ganz nett. Ich komme morgen wieder." "Das freut mich", sagte die Lehrerin. Und sie meinte es auch so.


Monday, 9 July 2012

Das bedingungslose Grundeinkommen




Die Zeit Lohnstiftender Arbeit ist zu Ende. Sinnstiftend ist Arbeit ohnehin nie wirklich gewesen. Erst durch systematische Züchtung einer unterwürfigen und perspektivlosen Leistungsgesellschaft mittels Massenmedien und eines sog. « Bildungssystems » wurde Lohnarbeit auch ideologisch zur sozialen Lebensgrundlage. Nun aber ersetzt Maschinen- und EDV-Technik menschliche Arbeitskraft und übernimmt wesentlich effizienter den größten Leistungsanteil bei der Produktion von Waren und Dienstleistungen. Ein Großteil menschlicher Arbeit im Rahmen ökonomischer Produktionsprozesse ist damit überflüssig geworden und wird es weiterhin zunehmend werden.

Damit ergibt sich nun die Chance, die von vornherein zweifelhafte und letztlich absurde ideologische Unantastbarkeit von Lohnarbeit als soziale Lebensgrundlage zu hinterfragen und ein neues humanes, die Menschen befreiendes Konzept zu entwickeln. Eine sowohl Menschlichkeit als auch die Zukunft bejahende Lebensperspektive.

So ergibt sich die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens. Grundlage ist ein demokratisches Staatsverständnis humanistischer Prägung, in dem der Staat nicht länger anonyme, vom Menschen entfremdete Obrigkeitsinstanz, sondern vielmehr institutioneller Repräsentant des demokratischen Souveräns ist, also der Menschen, die nach Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung anstelle ökonomischer Verwertbarkeit streben.

In diesem Staatswesen werden alle Staatsbürger mit einem monatlichen Grundeinkommen ausgestattet, als Grundlage eines selbstbestimmten und eigenverantwortlichen Lebens, frei von Zwängen, Repressalien, Bevormundungen, Entwürdigungen und Ängsten. Als Grundlage für die Verwirklichung des eigentlichen und ursprünglichen Menschseins in Würde und Freiheit - und nicht länger auf eine ökonomische Funktion als Produzent und Konsument reduziert und entwürdigt.

Das Bedingungslose Grundeinkommen überwindet damit die menschenverachtenden Auswüchse der neoliberalen Marktwirtschaft sowie das dahinter wirkende antiquierte, reaktionäre christlich-asketische und sozialdarwinistische Leistungsverständnis und das darauf gründende feudale Lohnarbeitssystem.

Thursday, 21 June 2012

Western Digital idle head parking issue




















How to read LCC (Load Cycle Count) of your hard drive: click




Power consumption is one of the hot topics currently being discussed in today’s hard drive market. Manufacturers are looking at many ways to cut down on power draw; either by decreasing spindle speed or in some cases having aggressive head parking (about every 8 seconds). Drives that support these newer power modes, may have excessive head parking. I will describe now how to disable this power profile on Western Digital hard drives.


1  Download  WDidle3 

2  Download  Rufus

3  Run Rufus, to make a bootable USB Key (to boot into a DOS environment).
Your computer must support booting from a USB device in order to boot from the USB Memory Key.

































4  When you're finished, copy wdidle3.exe to your bootable USB key.

5  Enter BIOS and change boot priority to USB device.
The system should boot directly into the DOS prompt from that key you've just made.


6  Type   wdidle.exe /r
This will give you a readout of the drive model, serial and the current timer if the drive is supported

7  Type  wdidle3 /s300 
to set the timer to 300 seconds (5 Minutes)

.. or .. 

Type   wdidle.exe /d
to completely disable the timer







Restart your system and enjoy your quiet hard drive(s) 
Thanks very much to Rey for his help solving this annoying issue






By the way, with the WD SpinUp Utility you can configure the spin up current of your Western Digital Green Power drive(s) to low or super low.


1  Please ensure that any important data is backed up from the hard drive

2  Download the wdspinup firmware for the update

3  copy wdspinup.exe onto your bootable USB key

4  Boot the system with the hard drive to be updated to the USB key

5  Run the file by typing wdspinup.exe at the command prompt and press enter

6  The screen will bring up the WD Spinup Options:
  • R  Report spinup mode
  • L  Set to low current spinup mode
  • S  Set to super low current spinup mode
  • ?  This help info
7  Type in the Option you want and press Enter. When it has successfully completed, it will show that it has been updated to the new mode

8  Once completed, remove your boot media and reboot your system.


Tuesday, 12 June 2012

Was bist Du von Beruf?

In der heutigen Zeit wird man leider immernoch über seinen Beruf und seine Herkunft definiert! Die Menschen fragen was man macht und woher man stammt, aus welchem Land die Familie kommt. Solche Fragen werden gestellt, bevor man weiß, welche Interessen die andere Person hat oder wovon sie träumt!

Die Arbeit nimmt einen immer höheren Stellenwert im Leben der meisten Menschen ein, viele Menschen definieren sich sehr stark über ihre Tätigkeit und ihre Position. Immer mehr Menschen leiden am Burnout und an Depressionen, weil sie dem Druck im Beruf nicht mehr standhalten können und es nicht mehr ertragen können, dass sie ihr Leben ihrer Arbeit unterordnen  müssen!


Leben für die Arbeit?

Die kapitalistische Ordnung grenzt immer mehr Menschen aus, die nicht die Standarts der Arbeitgeber erfüllen können. Die Menschen, die diese erfüllen können müssen häufig immer mehr und auch wieder härter arbeiten um den Ansprüchen des Arbeitgebers zu genügen. Als Belohnung für die Arbeit winkt meist ein Gehalt mit dem sich die Grundbedürfnisse erfüllen lassen und vielleicht sogar manche  Konsumgüter gekauft werden können. Die Werbung und die Gesellschaft versuchen uns weiß zu machen, dass es wichtig ist sich den herrschenden Ideen und Idealen unterzuordnen. So gelten Arbeitslose bei vielen Menschen als faul und nicht willens zu arbeiten, dieser Gedanke allein zeigt, dass die meisten Menschen ihre Mitmenschen anhand ihrer Arbeit definieren und nicht auf deren Ideale achten!

Die Arbeitgeber fordern eine Unterordnung der eigenen Interessen und die Arbeit und die meisten Menschen sind bereit sich ihren Arbeitgebern unterzuordnen, ohne sich die eine entscheidene Frage zu stellen: “Leben wir um zu arbeiten oder arbeiten wir um zu leben?”

Würden wir arbeiten um zu leben, dann würde sich die Arbeit einzig darum drehen mit ihr die eigenen Bedürnfisse zu erfüllen und es wäre möglich nach der Arbeit sein leben zu genießen. Das wird aber immer schwieriger, da Überstunden an der Tagesordnung sind und der psychische Druck, den viele Menschen auf der Arbeit erleben immer mehr zunimmt. Wir nähern uns einer Situation, in der die Menschen nur noch leben um zu arbeiten und die Arbeit vor allem anderen steht. In einer solchen Gesellschaft ist es nicht möglich den eigenen Geist und die eigenen Vorstellungen auszuleben und zu entfalten; das Ziel im Leben eines jeden Menschen sollte es aber nicht sein überlebt zu haben, sondern das Leben gelebt zu haben.

Dies ist aber nicht möglich, wenn die Menschen ihre Träume nicht mehr ausleben können, weil sie sich der Arbeit unterordnen müssen und keine Möglichkeiten haben sich selbst zu emanzipieren.
Es muss auch in der heutigen Zeit noch möglich sein von einer Gesellschaft zu träumen, in der die Menschen sich nicht ihrer Arbeit unterordnen, sondern die Arbeit nur ein Mittel ist um die eigenen Bedürfnisse zu erfüllen und nicht dazu führt, dass die Menschen überlastet sind und ihr Leben nicht mehr genießen können.

Wir wollen nicht nur von dieser Gesellschaft träumen dürfen, wir wollen uns auch aktiv dafür einsetzen in einer Gesellschaft zu leben, die die Freiheit jedes Individuums als höchsten Wert ansetzt und nicht die Interessen einiger weniger, welche zur Unterdrückung und Unfreiheit führen!



Quelle

Monday, 11 June 2012

KM4A1 Carbine von KWA



Hallo,

ich biete hier meine SoftAir KM4A1 zum Verkauf an.
Das Modell ist ungebraucht und somit neuwertig da es lediglich als Dekoration gedient hat. 
Diese M4A1 hat in etwa das Gewicht, die Maße und Details der originalen Waffe.






Details:
  • Kaliber: 6 mm BB (0,25g - 0,28g empfohlen)
  • System: S-AEG - Semi Automatic Electric Gun
  • Material: Aluminium/Stahl/Nylonfiber-ABS
  • Länge: ca. 775 - 860 mm (in 6 Stufen)
  • Gesamtgewicht: ca. 3.100 g
  • Maßstab: 1/1
  • Energie: max. bis zu 1,5 Joule
  • Gearbox: Reinforced Metall Version 2
  • Akku: 9.6V V-Shaped (Twin-Type)
  • Hersteller: KWA 


Lieferumfang:
  • S-AEG KWA Colt M4A1 Carbine  
  • Umbausatz von Halbautomatik auf Vollautomatik (in Deutschland nicht gestattet)
  • Metallmagazin Hi-Cap 350 Schuss  
  • Reinigungsstab 
  • Laufstopfen  
  • Silencer
  • BBs



Neupreis war 348.- Euro Verkaufspreis ist 218.- Euro auf Verhandlungsbasis.

Versand innerhalb Deutschland beträgt 5.90 Euro.

- Artikel ist ab 18 Jahre -

Vielen Dank



Edit 15.06.12

*** Für 209.- Euro verkauft ***

Thursday, 17 May 2012

Re: 40 Fragen zum Bedingungslosen Grundeinkommen








1 - Was würden Sie arbeiten, wenn für Ihr Einkommen gesorgt wäre?

Nun, zuerst möchte ich bemerken, daß dieser Gedanke ein radikaler Einschnitt im bisherigen Leben eines Jeden bedeutet. "Erst die Leistung - dann die Belohnung", hieß es bis heute immer. Und wenn die Belohnung als Vorleistung stattfand, war Gegenleistung zumindest eine Pflicherfüllung.
Eigentlich ist der neue Gedanke garnicht so umwälzend, wie er zuerst erscheint, denn mit dem Grundeinkommen wird lediglich die Existenz finanziell abgesichert, die Konditionen von jeglichem Einkommen darüber hinaus, bleibt auch weiterhin einer Abmachung via Arbeitsvertrag vorbehalten.

Die Beantwortung der Frage ist höchst individuell, was ich persönlich machen würde? Ich habe unendlich viele Ideen. Ich möchte z.Bsp. einen Einkaufs-Service für Nahrungsmittel gründen. Dabei soll jeder seine Einkaufsliste übermitteln können, damit er kurzfristig die Waren zu Hause zugestellt bekommt. Das würde nicht nur den Einkaufsfaulen gefallen, sondern auch oder gerade den älteren und kranken Mitmenschen.


2 - In welcher Gesellschaft wollen wir leben?

Ich möchte, nein - ich will in einer Gesellschaft ohne Sklaven leben. D.h. niemand soll von jemand anderen zu etwas gezwungen werden, was er selber nicht in Ordnung finden. Meiner Meinung nach stellt der Zwang die Hauptproblematik einer ungesunden Gesellschaft dar. Es fängt an mit dem Zwang seine Existenz zu sichern, auch ohne die dafür notwendigen Vorraussetzungen zu haben.

Weiter geht es mit dem Zwang sich von anderen ausnutzen lassen zu müssen, um seine Existenz nicht zu gefährden, das Vorhandensein von Kindern verschärft die Situation nochmals. Eltern werden gezwungen ihre Kinder dem Schulsystem zuzuführen. Kinder werden gezwungen ihr natürliches Verlangen nach Bewegung und angemessener Wissensaufnahme zu unterdrücken, um einem standardisiertem Lehrplan für alle zu folgen. Jugendliche werden von ihren frustrierten Eltern gezwungen ihre Regeln einzuhalten, nur um selber frustrierte Erwachsene zu werden. Erwachsene werden von der Gesellschaft gezwungen, nicht aus der Reihe zu tanzen. Wir alle werden von Geburt bis zum Tod gezwungen, ohne daß es eine Notwendigkeit dafür gibt.

Mit einem BGE unterbrechen wir die Gewalt-Spirale und beseitigen den Zwang weitgehend.


3 - Was ist Arbeit?

Wir können uns über die Begrifflichkeit des Wortes Gedanken machen, aber ich sehe keine Notwendigkeit mehr, den Begriff Arbeit zukünftlich in dem Maße weiterzugebrauchen.

« Wenn du liebst,
was du tust,
wirst du nie mehr
in deinem Leben arbeiten » 
Konfuzius

4 - Warum haben wir Maschinen erfunden?

In einer endlichen Welt macht der Gedanke etwas zu optimieren, um Resourcen einzusparen, sehr viel Sinn. Somit folgen wir Menschen Gedankenwege zur Absicherung des Selbsterhaltes. Es ist ja nicht so, daß durch Rationalisierung freiwerdende Zeit nicht anderswo sinnvoller verbracht werden kann.


5 - Warum haben wir 155 verschiedene Sozialleistungen?

Öffentliche Verwaltung entspringt der Idee eine Gesellschaft möglichst gerecht koordinieren zu können. Eine der Hauptgründe eines BGEs ist die Vereinfachung des Systems und daraus folgend die Einsparung aller überflüssig werdenden Verwaltung zu unser aller Gunsten.


6 - Wieviele Seiten umfasst ein Hartz IV Antrag?

Kein kommentar


7 - Darf man einen Gehweg nur als Erwerbstätiger benutzen?

Kein Kommentar


8 - Darf man nur wählen gehen, wenn man erwerbstätig ist?

Kein Kommentar


9 - Wie kommt es, das sog, Arbeitslose, oft ehrenamtlich arbeiten?

Es ist ein natürliches Verlangen eines Jeden, seinem Leben einen Sinn zu geben.


10 - Welcher Manager geht morgends mit dem Ziel zur Arbeit, für die Firma mehr Arbeit zu schaffen?

Ich nehme an, alle Manager sind daran interessiert, Aufträge für ihre Firma zu sichern und zu mehren. Die Frage ist eher, ob sie dabei mehr Arbeitsplätze schaffen wollen.


12 - Wollen wir Vollbeschäftigung um jeden Preis?

Auf ca 6 Millionen Erwerbsarbeitssuchende kommen etwa 500.000 freie (z.Teil zweifelhafte) Arbeitsstellen. Somit erübrigt sich die Beantwortung der Frage.


13 - Wodurch erreichen wir soziale Absicherung und gleichzeitig maximale Freiheit?

Durch das bedingunslose Grundeinkommen


14 - Warum gibt es überarbeitete Menschen bei gleichzeitiger Arbeitslosigkeit?

Das System ist krank, so sind auch die Menschen.


15 - Wie erreichen wir bessere Verteilung der Arbeit ohne dogmatische Regulierungen?

Durch das bedingungslose Grundeinkommen. Die Freiheit Erwerbsarbeit nachzugehen führt automatisch und ganz natürlich zu einer optimalen Verteilung der vorhandenen Arbeit unter würdigen Bedingungen.


16 - Was hast Du für ein Menschenbild von Dir - was für eins, von den anderen?

Ich bin ok - Du bist ok.


17 - Wieviele Stunden pro Woche muß ein Mensch arbeiten, um seine Würde zu verdienen?

0 Stunden


18 - Was nützt einem Unternehmer die beste Geschäftsidee ohne kaufkräftige Kunden?

Kein Kommentar


19 - Warum haben sich bereits zwei Wirtschaftsnobelpreisträger für ein BGE ausgesprochen?

Kein Kommentar


20 - Wieso erzählt man uns zwischen vollen Regalen etwas von Mangel?

Kein Kommentar


21 - Steht nicht jedem Menschen ein Stück Land zu, das ihn ernähren kann, oder ein finanzieller Ausgleich?

Moralisch ja, nur sprechen unsere Politiker die Sprache der Moral nicht.


22 - Was macht den Wert eines Menschen aus?

Es ist verfänglich in dem Zusammenhang von Wert zu reden. Das erweckt spontan den Eindruck, ihm einen finaziellen Wert zuzuordnen, was ethisch unmöglich ist. Ich würde die Frage ändern in: "Was macht die Beliebtheit eines Menschen aus?" Dessen Antwort sollte jeder für sich beantworten können.


23 - Würdest Du gerne offenlegen müssen wenn Du arm wärst?

Ich persönlich habe damit wenig Probleme aber ich kann es sehr gut verstehen, wenn es andere lieber versuchen zu vermeiden.


24 - Was bringt es, Zuverdienste zu staatlichen Leistungen zu bestrafen?

Für den Staat bringt es die Einsparung von Steuergeldern.


25 - Gilt die Unschuldsvermutung auch für Hartz IV Empfänger?

Kein Kommentar


26 - Wieviel Euro gibt Deutschland jährlich für Sozialbürokratie aus?

Etwa 350 Milliarden Euro.


27 - Wieviele Bäume mussen denn noch für die Hartz IV Anträge sterben?

Kein Kommentar


28 - Wie wird man die BGE BEwegung in 50 Jahren beurteilen und wie ihre Gegner?

Kein Kommentar


29 - Was geht es das Sozialamt an, mit wem ich zusammenwohne?

Durch die Festlegung einer Bedarfsgemeinschaft spart der Staat Geld - manchmal auf kosten der Würde der Betroffenen.


30 - Wieso muß eine 26-Jähirge, verheiratete Auszubildende das Einkommen der Eltern offenlegen um BAB (Berufsausbildungsbeihilfe) zu beantragen.

Mögliche Kostenersparnisse für den Staat.


31 - Auf einem Markt kann ich nein sagen, geht das auch auf einem Arbeitsmarkt?

Nur sehr bedingt.


32 - Wieviele Krankheiten enstehen durch Überforderung oder Langeweile am Arbeitsplatz?

Die Dunkelziffer von betroffener Menschen ist sehr hoch. Ich würde schätzen, daß die Mehrheit aller Arbeitstätigen mehr oder weniger davon betroffen sind. Die Konsequenzen daraus zahlen wir alle durch einen erheblichen Verlußt an Lebensqualität auf der einen Seite und durch hohe Krankenkassenbeiträge auf der anderen.


33 - Für wen ist sein Arbeitsplatz in Wahrheit nur ein Einkommensplatz?

Ich gehen davon aus, daß jeder der sich mit seiner Arbeit nicht oder kaum identifizieren kann, einen Einkommensplatz hat. D.h. er geht nur arbeiten um sich durch das Gehalt am Ende des Monats am Leben erhalten zu können. Die Sinnhaftigkeit so einer Arbeit für die Allgemeinheit würde ich anzweifeln.


34 - Wirst Du von den Politikern noch regiert oder schon vertreten?

Ich habe das Gefühl, daß ich zu 5% vertreten werde und zu 95 über mein Kopf hinwegregiert wird.


35 - Wurdest Du auch schon von Leuten bedient, die ihre Arbeit hassen?

Ich hatte hin und wieder das Gefühl, daß gewisse Leute schlechte bis sehr schlechte Laune während ihrer Arbeit hatten. Die Vermutung liegt nahe, daß sie finazielle und / oder persönliche Probleme haben, mit denen sie nicht fertig werden. Aber selbst mit sich ausgeglichene Menschen führen eine für sie persönlich widerwärtige Arbeit stets nur unzufrieden aus. Das muß nicht sein.


36 - Findest Du den Wahrenkorb der Hartz IV Berechnung nachvollziehbar?

Aus neoliberaler Sicht ja - aus meiner Sicht nein.


37 - ist Bedrohung mit Hunger und Obdachlosigkeit kein Zwang?

Kein Kommentar


38 - Macht Arbeit wirklich frei?

Ausschließlich nur, wenn sie freiwillig geleistet wird.


39 - Wußtest Du, daß Reisefreiheit, freie Berufswahl und Existenzsicherung im GG garantiert sind?

Recht haben und Recht bekommen sind zwei verschiedene Dinge.


40 - Warum darf ein Hartz IV Empfänger seinen Wohnort nicht verlassen?

Das zählt zu den Schikanen, auch Anreize genannt, um die Aufnahme einer Erwrbsarbeit zu fördern.